Zwei Chöre lockten 500 Besucher: Seemannslieder über Fernweh und Weltmeere
Mit dem Shanty-Chor der Zweibrücker Marinekameradschaft „Teddy Suhren“ und dem maritimen Singkreis „Leuchtfeuer“ aus Schwalbach ging es am vergangenen Sonntagnachmittag musikalisch im Rosengarten auf große Fahrt.
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Zwei Chöre lockten 500 Besucher Seemannslieder über Fernweh und Weltmeere
Zweibrücken · Mit dem Shanty-Chor der Zweibrücker Marinekameradschaft „Teddy Suhren“ und dem maritimen Singkreis „Leuchtfeuer“ aus Schwalbach ging es am vergangenen Sonntagnachmittag musikalisch im Rosengarten auf große Fahrt.
20.07.2026 , 18:23 Uhr
Zum Abschluss standen die Shanty-Cöre der Zweibrücker Marinekameradschaft „Teddy Suhren“ (unter der Leitung von Christa Weber, rechts) und der Maritime Singkreis „Leuchtfeuer“ aus Schwalbach (unter der Leitung von Heinrich Dernbacher, links) gemeinsam im Rosengarten auf der Bühne.
Foto: Sabine Best
Shantys seien ursprünglich Arbeitslieder von Seeleuten gewesen, die beim Singen für Gleichklang und gleichen Rhythmus im Arbeitstempo beim Ankereinholen oder Segelsetzen sorgten. Das erfuhren die etwa 500 Gäste im Rosengarten gleich zu Beginn des Sommerkonzerts von Hans Klein, Vorstand der Zweibrücker Marinekameradschaft „Teddy Suhren“. Er führte durchs Programm, das mit einem traditionellen Doppelglasenschlag – Zeitangabe der Schiffsglocke zur Wachablösung – begann.
Durch alle 7 (Welt-)meere präsentierte der 1994 gegründete Chor der Zweibrücker Marinekameradschaft – benannt nach dem deutschen Marineoffizier Reinhard „Teddy“ Suhren – sein großes Repertoire unter der Leitung von Christa Weber mit ihrem Akkordeon.
Ein französisches Shanty von 1964 hatte es durch die nach ihm benannte deutsche Band „Santiano“ zu neuer Popularität gebracht und wurde wie auch „Salz auf der Haut“ in Originalfassung gesungen. Es folgte das irische Volkslied „Whiskey in the Jar“ und der „Hamburger Veermaster“ auf Plattdeutsch.
Ein weiteres Thema, das gesanglich aufgearbeitet wurde – die ehemaligen Arbeitslieder über das harte Leben an Bord in reiner Männergesellschaft wandelten sich im Laufe der Zeit zu Unterhaltungs- und Stimmungsliedern – war die Ausgabe der verdienten Heuer. Mancher Matrose trug sie in die Hafenkneipe und es stellte sich die Frage „What shall we do with the drunken Sailor“. Andere gingen damit auf die „Reeperbahn nachts um halb eins“.
Das Walzer-Potpourri mit Seemannsliedern endete „An der Nordseeküste“ und damit ein bisschen in Assoziationen mit der fünften Jahreszeit: Es wurde geschunkelt, geklatscht und lautstark mitgesungen. Wind und Wellen mussten die Besucher zwar nicht trotzen, aber der doch recht heißen Nachmittagssonne, sodass sich die Reihen zur Pause etwas lichteten. Manche Besucher beschwerten sich auch über das respektlose Verhalten einiger Gäste, die selbst während der gesanglichen Darbietung nicht auf private Unterhaltungen über mehrere Sitzplätze hinweg verzichten konnten.
Ebenfalls dem maritimen Liedgut widmete sich der Gastchor „Leuchtfeuer“ aus Schwalbach, der kurioserweise aus wesentlich mehr Sängerinnen – also „Matrosinnen oder Seefrauen“ – als Sänger besteht. Unter der Leitung von Heinrich Dernbacher, der ebenfalls für Akkordeonbegleitung sorgte, begrüßten sie die Zuhörer mit einem gesungenen „Moin, moin“, bevor sie die Anker lichteten, um dem „Blauen Himmel von Hawaii“ entgegenzusegeln. Sie stellten zudem fest: „Wir sind auf dem richtigen Dampfer.“ Romantik pur gab es dann beim intonierten „Capri-Fischer“, an das „Teddy Suhren“ mit „La Paloma“ – hier glänzte wie schon zuvor ein einzelner Shantysänger mit schönem Solopart – nahtlos anschlossen.
Zum Abschluss standen dann noch einmal beide Chöre gemeinsam auf der Bühne – also alle Männer und Frauen an Deck – und sangen in großer Besetzung „Seemann, lass das Träumen“, bevor es beim letzten Lied „Mit Volldampf nach Hause“ ging.
Schon am Sonntag, 30. August, setzt der Shanty-Chor Zweibrücken erneut die Segel, dann ab 16 Uhr im Bürgerhaus Althornbach. Wer ebenfalls vom Fernweh gepackt wurde, ein Faible für die Zeit der Windjammer hat oder einfach nur gerne singt, Gitarre, Akkordeon oder Rhythmusinstrumente spielt, wird gerne in die Reihen der Zweibrücker „Seebären“ aufgenommen. Sie proben jeden Dienstag von 18 bis 20 Uhr im Marineheim in der Burrbergstraße 9 in Niederauerbach.