Zwei Tonnen Cannabis geschmuggelt: Friedberger muss acht Jahre ins Gefängnis

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Zwei Tonnen Cannabis geschmuggelt: Friedberger muss acht Jahre ins Gefängnis

Stand: 11.09.2026, 19:14 Uhr

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An der spanischen Costa Blanca haben zwei der verurteilten Wetterauer Cannabis bezogen. Mit einem Speditionsunternehmen haben sie die Drogen nach Butzbach und Friedberg geschickt. © IMAGO/IMAGO/Dreamstime

Eine Bande schmuggelte zwei Tonnen Cannabis im Wert von zehn Millionen Euro von Spanien in die Wetterau. Der Rädelsführer soll laut Gericht 811.000 Euro verdient haben.

Butzbach/Friedberg – In ihrem Banden-Chat nannten sie sich „Friedrich März“ (mit ä), „Frank Müller“ und „Sugar Daddy“. Wenn sie das Speditionsunternehmen DB Schenker beauftragten, um Textilien von Spanien nach Deutschland zu transportieren, traten die drei jungen Männer als Bevollmächtigte von Firmen auf, die sie erfunden hatten. Auch die Textilien gab es nicht. In den Paletten, die auch nach Butzbach und Friedberg geliefert wurden, befand sich reichlich Cannabis, versteckt zwischen Verpackungsmaterial.

Insgesamt zwei Tonnen Cannabis im Wert von rund zehn Millionen Euro hat die Bande zwischen November 2024 und Juni 2025 so in Spanien, vor allem an der Costa Blanca, bei unbekannten Großhändlern bezogen und nach Deutschland geschmuggelt, um das Rauschmittel gewinnbringend zu verkaufen.

Dafür sind die drei Angeklagten gestern von der 9. Großen Strafkammer des Gießener Landgerichts zu Haftstrafen verurteilt worden. Ein 25-jähriger Friedberger muss acht Jahre in Haft, ein 35-jähriger Butzbacher fünf Jahre und zehn Monate. Ein Butzbacher, der seine Wohnung als Lager zur Verfügung gestellt hatte, wurde zu zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt.

Bei Verkehrskontrolle aufgeflogen

Auf die Schliche gekommen war die Polizei der Bande bei einer Verkehrskontrolle in Baden-Württemberg, als sie einen Drogen-Kurierfahrer durchsuchte. Die Überprüfung seines Handys und der Chatverläufe im Messenger Signal führte die Beamten schließlich zu „Friedrich März“ und „Sugar Daddy“ in die Wetterau. Durch die Überwachung ihrer Telefone erfuhren die Polizisten, wie die Bande die Drogen ins Land schmuggelte, und nahmen Kontakt zum Spediteur DB Schenker auf. Als Mitte Juni 2025 wieder eine Lieferung mit „Textilien“ in Butzbach erwartet wurde, fing die Polizei den Lkw in Haiger ab und stellte vier Paletten sicher. Darin: 290 Kilogramm Cannabis, 250 kg Marihuana und 33 Kilogramm Haschisch. Zwei Angeklagte haben laut Gericht über 30 Transporte organisiert, um ihren Lebensunterhalt damit zu verdienen. Die Drogen haben sie in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern verkauft.

Ein 25-jähriger Friedberger hatte neben dem Treiben der Bande auf eigene Rechnung noch mit 1,5 Tonnen Cannabis und rund fünf Kilogramm Kokain gehandelt. Das Gericht verurteilte ihn zu acht Jahren Gefängnis. Angesichts von 60 nachgewiesenen Straftaten „eine sehr moderate Strafe“, wie der Vorsitzende Richter Dr. Klaus Bergmann in der Urteilsbegründung sagte. Negativ legte Bergmann dem Friedberger aus, dass er, anders als seine Komplizen, nicht preisgegeben hatte, wie viel Geld er mit dem Drogenhandel verdient hatte. Das Gericht geht von einem mutmaßlichen Gewinn von 811.000 Euro aus.

Erst Ausbildung, dann Gefängnis

Ein 35-jähriger Butzbacher muss für fünf Jahre und zehn Monate in Haft. Der Mann hatte die Taten unter erheblichem Suchtdruck ausgeführt, um seine Drogenabhängigkeit zu finanzieren, erläuterte Richter Bergmann. Daher wird er einen Teil seiner Haftstrafe, vermutlich zwei Jahre, in einer Entziehungsanstalt verbringen. Das sei „selten so angebracht wie in diesem Fall“. Der Mann soll 50.000 Euro mit dem Schmuggel verdient haben. Dass er vorbestraft war, kam strafschärfend hinzu.

Etwas milder fiel das Urteil für einen 33-jährigen Butzbacher aus, der nicht Teil der Bande war, aber seine Wohnung in Butzbach als Lager für einen Teil der Drogen zur Verfügung gestellt hatte. Dafür soll er 1960 Euro bekommen haben. Der Mann war einschlägig vorbestraft und stand unter dreifacher Bewährung sowie Führungsaufsicht, weswegen ihm Bergmann eine „Scheißegal“-Attitüde unterstellte. Gleichzeitig rechnete ihm das Gericht positiv an, dass er mit einem umfassenden Geständnis Reue gezeigt und alles offenbart habe, was er wusste.

Er habe „ein bisschen Hoffnung“, dass der Mann „doch noch auf die richtige Bahn“ gerate, sagte Bergmann, weswegen das Gericht den Antritt seiner Haftstrafe (zwei Jahre und zehn Monate) um einige Monate verschob. Der Mann soll Gelegenheit bekommen, seine Ausbildung im Einzelhandel mit den Prüfungen im November abzuschließen. „Sie müssen sich mal ändern“ sagte Bergmann zu dem 33-Jährigen. „Hören Sie auf mit den Straftaten.“

An alle drei gewandt sagte Bergmann abschließend: „Ich hoffe, wir sehen uns hier vor Gericht nie wieder.“