Zweite Amtszeit: Schneider-Bönninger als Bonner Sport- und Kulturdezernentin wiedergewählt

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Zweite Amtszeit: Schneider-Bönninger als Bonner Sport- und Kulturdezernentin wiedergewählt

Zweite Amtszeit Schneider-Bönninger als Bonner Sport- und Kulturdezernentin wiedergewählt

Bonn · Der Stadtrat hat Bonns Sport-und Kulturdezernentin Birgit Schneider-Bönninger mit Mehrheit für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Doch es gibt auch Kritik an ihrer Arbeit.

25.09.2026 , 18:41 Uhr

Freut sich über ihre Wiederwahl als Sport- und Kulturdezernentin: Birgit Schneider-Bönninger.

Freut sich über ihre Wiederwahl als Sport- und Kulturdezernentin: Birgit Schneider-Bönninger.

Foto: Benjamin Westhoff

Birgit Schneider-Bönninger (SPD) bleibt weiterhin Bonner Sport- und Kulturdezernentin. Der Stadtrat votierte in seiner Sitzung am Donnerstagabend mit breiter Mehrheit gegen die Linken (ausgenommen Linksfraktionsmitglied Jürgen Repschläger) sowie BBB, AfD und den Einzelstadtverordneten Wolfgang Truckenbrodt (AfD) für eine zweite Amtszeit der 62-Jährigen. Sie beginnt im März 2027.

Da die Wahlzeit insgesamt acht Jahre beträgt, müsste der Stadtrat die Beigeordnete mit Erreichen ihres Ruhestands im Jahr 2030 im Amt bestätigen – falls sie darüber hinaus den Posten ausüben möchte.

„Dazu bin ich sicherlich motiviert, soweit ich gesund bleibe“, sagte Schneider-Bönninger auf GA-Nachfrage, für die die Wiederwahl quasi ein Geburtstagsgeschenk ist, weil sie an diesem Sonntag 63 Jahre alt wird. Schneider-Bönninger weiß: Es warten große Herausforderungen auf sie. So muss die Dezernentin grundlegende Entscheidungsvorlagen für die Bonner Bühnenlandschaft sowie die Bäder und Sportstätten vorbereiten. Öffentlich hat sie sich bereits klar für den Erhalt von Oper und Schauspiel ausgesprochen – aber auch für einen effizienteren Betrieb. Die Dezernentin unterstützt deshalb die Pläne für einen Neubau von Oper und Theater in Beuel. Oberbürgermeister Guido Déus lobte die Dezernentin nach ihrer Wiederwahl: „Birgit Schneider-Bönninger hat sich als Dezernentin für Sport und Kultur sehr verdient gemacht. Ich schätze die Zusammenarbeit mit ihr weiterhin sehr und unterstütze die innovativen Ansätze sowohl im Bühnen- als auch im Bäderkonzept.“

Vor ihrer Wahl hatten sich dagegen Linksfraktionschef Michael Faber und Marcel Schmitt vom BBB kritisch zur Wiederwahl Schneider-Bönningers geäußert und ihre Ablehnung erläutert. Faber sagte, er schätze zwar ihren „konstruktiven, sachlichen und freundlichen Kommunikationsstil“. Doch bis auf seinen Fraktionskollegen Jürgen Repschläger lehnten die Linken die Wiederwahl aus inhaltlichen Gründen ab. Besonders ausschlaggebend sei dafür der Bäderbereich. Wer das Melbbad und Frankenbad nicht mehr sanieren wolle, müsse wissen, dass man damit nicht auf Zustimmung der Linksfraktion stoße. BBB-Ratsherr Schmitt nannte ebenfalls die bisher ungelösten Fragen zu den Sportstätten und zur Bonner Bühnenlandschaft sowie die nach wie vor ungeklärte Zukunft des heimatlosen Stadtmuseums als Grund für das Nein seiner Fraktion zur Wiederwahl.

Die promovierte Historikerin hatte vor ihrem Wechsel nach Bonn das Kulturamt in Stuttgart geführt. Weil die damalige Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP die Amtszeit ihres Vorgängers Martin Schumacher nicht verlängern wollte, wurde der Posten neu ausgeschrieben. Schneider-Bönninger war daraufhin von einem Headhunter angesprochen und im November 2018 mit Mehrheit gewählt worden. Das Amt trat sie im März 2019 an.

Die Dezernentin stammt gebürtig aus Kamen und hat Geschichte, Politik und Publizistik studiert. Sie ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. In einem Gespräch mit dem GA vor einigen Wochen hatte Schneider-Bönninger das von ihr initiierte „Bonner Modell“ als einen ihrer größten Erfolge in ihrer bisherigen Amtszeit bezeichnet. Damit hatte sie Sport und Kultur aus ihrer Sicht gleichberechtigt zusammengeführt. Hintergrund: Angesichts knapper Finanzen hatte es zwischen Sportvereinen und der Kultur teils heftige Auseinandersetzungen um die politische Prioritätensetzung in Bonn in beiden Bereichen gegeben. „Bei meinem Dienstantritt herrschte in Bonn ein extremes Spannungsverhältnis zwischen Sport und Kultur, das hatte ich so vorher noch nie erlebt“, hatte Schneider-Bönninger in dem Gespräch festgestellt.