Atomkraftwerk Paks: Ungarn drosselt den Strom wegen Dürre - Golem.de
Ungarn muss sein einziges Atomkraftwerk vom Netz nehmen. Ursache sind die anhaltend niedrigen Pegelstände der Donau. Kontrollraum des Kernkraftwerks Paks Bild: Cecilia, Lili & Krisztian/Wikipedia...
- 2 min read
Ungarn muss sein einziges Atomkraftwerk vom Netz nehmen. Ursache sind die anhaltend niedrigen Pegelstände der Donau.
Ungarn muss Strom sparen, weil die Donau wegen der anhaltenden Dürre Niedrigwasser führt. Die vier Reaktoren sowjetischer Bauart im Atomkraftwerk Paks(öffnet im neuen Fenster) wurden bereits auf ein Viertel ihrer Gesamtleistung von zwei Gigawatt gedrosselt, nun müssen sie ganz abgeschaltet werden, wie der ORF(öffnet im neuen Fenster) und die Nachrichtenagentur Reuters berichten(öffnet im neuen Fenster).
Das Kraftwerk liegt rund 130 Kilometer südlich von Budapest und deckt normalerweise etwa 40 Prozent des ungarischen Stromverbrauchs ab. Für die Kühlung ist es auf Wasser aus der Donau angewiesen. Nach wochenlanger Dürre stehen die Pegel vielerorts so niedrig wie noch nie.
Erschwerend kam eine Störung im größten Gaskraftwerk des Landes in Szazhalombatta hinzu, wo eine Kapazität von 400 Megawatt ausfiel. Sie soll laut Ministerpräsident Peter Magyar am Sonntag wieder zur Verfügung stehen. Zusätzliche Maßnahmen zur Stabilisierung des Netzes hält die Regierung dennoch für nötig.
Güterzüge stehen still, öffentlicher Dienst im Homeoffice
Ab dem 3. August soll der Schienengüterverkehr nachmittags für fünf Stunden ruhen, um die Last zu senken. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sollen die ersten drei Tage der Woche im Homeoffice arbeiten. Unternehmen werden gebeten, diesem Beispiel nach Möglichkeit zu folgen.
Die Beleuchtung öffentlicher Gebäude und weitere nicht zwingend notwendige Beleuchtung in Städten soll ebenfalls abgeschaltet werden. Per Dekret will das Kabinett zudem Großbetriebe verpflichten, ihren Stromverbrauch zu reduzieren.
Werden die Sparziele verfehlt, sollen Sanktionen greifen. Der Netzbetreiber könnte einzelne Großverbraucher bei Bedarf auch vorübergehend vom Netz trennen.
Das Niedrigwasser der Donau hat auch Rumänien dazu veranlasst, einen Reaktor des Atomkraftwerks Cernavoda herunterzufahren. In Ungarn sollen die Temperaturen in der kommenden Woche in Teilen des Landes 40 Grad Celsius erreichen(öffnet im neuen Fenster).