Ceuta als Wendepunkt? Harter Meloni-Plan für EU sickert durch – Außenlager in zwölf Ländern und Zoll-System

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Ceuta als Wendepunkt? Harter Meloni-Plan für EU sickert durch – Außenlager in zwölf Ländern und Zoll-System

Stand: 02.08.2026, 13:42 Uhr

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Der Migrantensturm auf Ceuta löst große Besorgnis in der EU aus. Italiens Giorgia Meloni will hart reagieren. Sie hat zwei Vorschläge für die EU.

Rom/Brüssel – Die Lage in der spanischen Exklave Ceuta normalisiert sich langsam. Die meisten der Zehntausenden Migranten, die die Stadt in den vergangenen Tagen regelrecht überrannt haben, sind mittlerweile freiwillig zurückgekehrt – aus Mangel an Erfolgsaussichten. Doch für die EU ist der Vorfall ein Signal. Besonders Italiens Giorgia Meloni macht jetzt Druck. Ihr Plan für eine Wende in der Migrantenpolitik hat es durchaus in sich.

Giorgia Meloni will nach dem Chaos in Ceuta eine harte Reaktion auf EU-Ebene.

Giorgia Meloni will nach dem Chaos in Ceuta eine harte Reaktion auf EU-Ebene. © dpa/Antonio Sempere//dpa/Kay Nietfeld

Am Dienstag kommen die EU-Innenminister zusammen und beraten bei einer Videokonferenz. Es soll eine Reaktion nach dem Vorfall in Ceuta geben. Italien prescht dabei nun vor. So hat Giorgia Meloni gleich zwei Vorschläge für das Gespräch im Gepäck, wie der Corriere della Sera, die Repubblica und La Stampa übereinstimmend berichten.

Ceuta-Chaos: Meloni will Zentren in Afrika errichten – und hat weiteren Vorschlag

Demnach will Meloni Flüchtlingszentren außerhalb der EU nach dem umstrittenen „Albanien-Modell“ nun auch in Afrika errichten. Die Lager sollen dabei helfen, illegal eingereiste Migranten zurückzuführen. Anders als in Albanien sollen die Lager aber mit EU-Geldern finanziert werden. Meloni hat demnach auch schon eine Liste mit zwölf Ländern erstellt, in denen solche Zentren entstehen könnten: Ruanda, Ghana, Senegal, Tunesien, Libyen, Mauretanien, Ägypten, Uganda, Usbekistan, Armenien, Montenegro und Äthiopien. Alles Nicht-EU-Länder. Italiens Innenminister Matteo Piantedosi soll diesen Vorschlag am Dienstag offiziell den EU-Kollegen unterbreiten.

Gleichzeitig will Italien auf eine strikte Umsetzung des schon beschlossenen Programms „APS+“ drängen, das am 1. Januar 2027 in Kraft treten soll. Dahinter verbirgt sich ein System, das Entwicklungsländern Zollvorteile gewährt, die bei der Rückführung ihrer illegal in die EU eingereisten Menschen effektiv mit Europa zusammenarbeiten.

Das Treffen am Dienstag war auf Verlangen von 22 der 27 EU-Staats- und Regierungschefs anberaumt worden. In einem gemeinsamen Brief warnten sie vor unkontrollierten Grenzübertritten und der Instrumentalisierung von Migration. Initiiert hatten den Brief Italien und Dänemark. Meloni sprach von einem „wichtigen Signal“. Zu den Unterzeichnern gehören Bundeskanzler Friedrich Merz und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, deren Regierung das Schengen-Abkommen über den freien Personenverkehr in der EU gegenüber Spanien vorübergehend ausgesetzt hatte.

Lage in Ceuta normalisiert sich langsam

In Ceuta selbst kehrt derweil wieder zunehmend Normalität ein. Nach Angaben der spanischen Regierung sind fast alle der 50.000 bis 60.000 Menschen, die es innerhalb kurzer Zeit von Marokko in die abgeschottete spanische Exklave geschafft haben, inzwischen zurückgekehrt. Die Rückkehr erfolgte demnach freiwillig, nachdem sich für die Migranten kaum Aussichten auf eine Weiterreise ergeben hatten. Nicht zuletzt mangelte es in der Stadt, die nicht einmal 85.000 Einwohner und weniger Fläche als der Frankfurter Flughafen hat, an Unterkünften und Versorgung.

Nach spanischen Angaben kamen mindestens 72 Menschen bei dem Versuch ums Leben, nach Ceuta zu gelangen. Zwischen der Küste Marokkos und dem Ceuta-Strand Tarajal wird inzwischen laut der spanischen Zivilgarde eine rund 500 Meter lange schwimmende Barriere installiert. Sie soll gemeinsam mit Bojen der spanischen Marine die Kontrolle und Überwachung der Küste verbessern. (Verwendete Quellen: Corriere della Sera, Repubblica, La Stampa, dpa) (rjs/dpa)