Berlins neue Altstadt: So soll der Molkenmarkt bald aussehen
Die Entwürfe für den neuen Molkenmarkt zeigen schmale Gassen, dicht aneinandergereihte Häuser und hohe Rundbögen. Über den Erdgeschossen liegen Loggien, Erker und steinerne Fassaden. Einiges erinnert an italien...
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Die Entwürfe für den neuen Molkenmarkt zeigen schmale Gassen, dicht aneinandergereihte Häuser und hohe Rundbögen. Über den Erdgeschossen liegen Loggien, Erker und steinerne Fassaden. Einiges erinnert an italienische Palazzi.
Nach jahrelangen Debatten wird damit konkreter, wie Berlins historische Mitte zwischen Rotem Rathaus, Altem Stadthaus und Nikolaiviertel künftig aussehen könnte. Ende Juni ist der zweite Architekturwettbewerb für das neue Quartier entschieden worden.
Schmale Häuser entlang der Parochialgasse
Ein Blick in die schmale Parochialgasse mit dem markanten Gebäudevorsprung.
© Ey Henkel Architektur GmbH, Berlin mit jessenvollenweider architektur ag, Basel und Trutz von Stuckrad Penner Architekten TVSP GmbH, Berlin
Besonders deutlich wird diese Idee in der künftigen Parochialgasse. Dort sollen mehrere, teilweise auffällig schmale Häuser nebeneinanderstehen. Ein Siegerentwurf zeigt eine Gasse mit steinernen Fassaden, kleinen Dachaufbauten und einer von Bögen umgebenen Loggia.
Für die Ecke Parochialgasse und Molkenmarkt entwarfen die Büros Hemprich Tophof, Max Dudler und Simone Boldrin ein Gebäude mit hohen Rundbogenfenstern. An der Ecke zieht sich einer der Bögen über zwei Geschosse. Darüber springt die Fassade leicht vor.
Auch der geplante Stadtplatz soll von Bögen geprägt werden. Rund um den Platz ist eine zusammenhängende Arkade vorgesehen, die die unterschiedlichen Häuser miteinander verbindet. Hinter den Bögen sollen Läden, Gastronomie und andere öffentlich zugängliche Nutzungen Platz finden.
Die Perspektive zeigt das Baufeld A5 an der Ecke Jüdenstraße und Parochialgasse.
© P/E/P Architekten + Stadtplaner GmbH, Münster mit Kleihues + Kleihues GvA mbH, Berlin und Muck Petzet Architekten GmbH, München
Mindestens 220 Wohnungen am Molkenmarkt
In den jetzt geplanten Gebäuden sollen mindestens 220 Wohnungen entstehen – rund zehn Prozent mehr als zunächst vorgesehen. Bauherrin ist die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM. Hinzu kommen etwa 23.000 Quadratmeter Gewerbefläche sowie Räume für Kultur und öffentliche Einrichtungen.
Eines der Häusermodelle für den Molkenmarkt der Zukunft.
© Till Budde
Nach bisheriger Planung sollen 50 Prozent der Wohnungen gefördert werden. Gerade die schmalen Häuser könnten dabei jedoch zum Problem werden. Die Initiative Offene Mitte Berlin weist darauf hin, dass einige der Gebäude möglicherweise nicht effizient genug geplant seien und nicht den Kriterien für förderfähige Wohnungen entsprächen.
Auch die Baukosten könnten noch zu Änderungen führen. Die WBM rechnet derzeit mit rund 6800 Euro pro Quadratmeter. Das liegt nach Angaben des Unternehmens etwa 17 Prozent über dem zu Beginn der Planung angenommenen Wert.
Diese Häuserecke hat das Team Hemprich Tophof GvA mbH, Berlin, mit Max Dudler GmbH, Berlin, und Simone Boldrin Architettura, Berlin gewonnen.
© P/E/P Architekten + Stadtplaner GmbH, Münster mit Kleihues + Kleihues GvA mbH, Berlin und Muck Petzet Architekten GmbH, München
Im südlichen Teil des Quartiers ist ein größerer Kulturkomplex vorgesehen. Die Entwürfe zeigen mehrere miteinander verbundene Gebäude mit hohen Fenstern und markanten Dächern. Dort sollen Räume für Theater, Konzerte und Ausstellungen entstehen.
Den ersten Preis für diesen sogenannten Kulturbaustein erhielten Lederer Ragnarsdóttir Architekten und Baumschlager Eberle. Die vier erstplatzierten Entwürfe stammen von insgesamt elf beteiligten Büros beziehungsweise Bürokooperationen. Der Komplex soll das kulturelle Zentrum des neuen Viertels bilden. Welche Einrichtungen dort später einziehen, ist bislang jedoch nicht abschließend entschieden.
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