Elena wird beim Zähneputzen von Drohne gefilmt: Siedlungsbewohner sind „hilflos“ wie die Polizei
Eigentlich wollte Elena nur Zähne putzen. Doch plötzlich blickte sie aus dem Fenster direkt in die Kamera einer Drohne. In einer neuen ARD-Doku berichtet sie von Hilflosigkeit - ihrer eigenen, wie auch der der Polizei.
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Stand: 18.07.2026, 07:00 Uhr
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Eigentlich wollte Elena nur Zähne putzen. Doch plötzlich blickte sie aus dem Fenster direkt in die Kamera einer Drohne. In einer neuen ARD-Doku berichtet sie von Hilflosigkeit - ihrer eigenen, wie auch der der Polizei.
Diesen Abend in ihrem Badezimmer wird Elena Storm wohl nicht so schnell vergessen. Beim Zähneputzen hörte sie vor dem Badfenster ein Surren und blickte plötzlich genau auf eine Drohne, die vor dem Fenster in der Luft stand. „Ich habe reflexartig die Jalousien runterfahren lassen“, erinnert sie sich in der ARD-Doku „Drohnen über der Siedlung - Wer schützt unsere Privatsphäre?“ (in der ARD Mediathek abrufbar). Sie habe sich „hilflos“ gefühlt, gibt sie verärgert zu Protokoll: „Dass man andere Leute in ihrem Privatleben filmt, ist sehr feige.“

Der Drohnenflug bleibt kein Einzelfall. Etwa 30 Mal sichten Elena und ihre Nachbarn die Drohne innerhalb von vier Monaten. Meistens alarmieren sie die Polizei. Bis die am Einsatzort ankommt, ist das Flugobjekt aber meist über alle Berge. Elenas Nachbar Matthias Dust verfolgt die Drohne einmal im Privatauto bis zum Landeort, verliert dann aber ihre Spur. Die Fragen der Anwohner („Sind das kriminelle Absichten?“, „Warum fliegt man hell beleuchtet durch die Gegend?“) bleiben unbeantwortet: Bis heute wurde der Pilot der Drohne nicht ausgekundschaftet.
JVA-Leiterin teilt in ARD-Doku Sorgen wegen Drohnen: „Davor habe ich Angst“
Auch in der Stafverfolgung machen Drohnen Probleme. Wie Jens Wagner, Beamter an der JVA Frankenthal, berichtet, ist die Anstalt mit einem „Riesen-Drogenproblem“ konfrontiert. Leiterin Gundi Bäßler erklärt: „Wir haben die Befürchtung und teils auch die Erkenntnis, dass sie per Drohnen angeliefert werden.“
Zwar sind die Zellenfenster mit Gittern und Betonstreben abgeschirmt, aber immer wieder würden eigentlich nicht zu öffnende Fenster von den Insassen eingeschlagen. „Manchmal hören wir: 'Klirr.' Und eine Scheibe ist kaputt. Dann wissen wir, es hat wieder jemand Unsinn gemacht“, so Bäßler. Und die JVA-Leiterin denkt einen Schritt weiter. Schaffen es Handys und Betäubungsmittel ins Gefängnis, könnte das künftig auch für Waffen gelten. „Davor habe ich ein bisschen Angst“, räumt Bäßler ein.
Bei der Verfolgung einer Drohne war Jens Wagner einst nur teils erfolgreich. Als er im Innenhof der Strafanstalt eine Drohne am Himmel sah, reagierte er blitzschnell. Er verließ das Gefängnis und lief ihr hinterher, in ein angrenzendes Waldstück. „Da hinten stehen zwei üble Typen“, habe ihm eine ältere Dame den Weg zu den Piloten gewiesen. Die erwischte Wagner zwar am Ende nicht, dafür aber die Drohne: „Ich habe sofort mit der Faust geschlagen.“ Als die Drohne zu Boden fiel, habe er sie mit einem Tritt zerstört. Trotzdem: Die Lieferung der Drohne kam im Gefängnis an - und wurde nie gefunden. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)