Enger als die Liebe: Was gute Freunde unterscheidet

Bei der Ausbildung zur Zahnarzthelferin, beim Begräbnis ihrer Tante, bei Aktionen für das Abtreibungsrecht. Die acht Freundschaften, die Kerstin Schweighöfer in ihrem neuen Buch „Freundschaft“ porträtiert, habe...

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Enger als die Liebe: Was gute Freunde unterscheidet

Bei der Ausbildung zur Zahnarzthelferin, beim Begräbnis ihrer Tante, bei Aktionen für das Abtreibungsrecht. Die acht Freundschaften, die Kerstin Schweighöfer in ihrem neuen Buch „Freundschaft“ porträtiert, haben an unterschiedlichen Stellen ihren Anfang genommen. Eines haben sie jedoch alle gemein: Seit Jahrzehnten stehen Ruth und Vera oder Maja und Hedy einander bei.

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Freundschaft wird gerne als „kleine Schwester der Liebe“ abgestempelt, doch für Schweighöfer ist sie vielmehr die „konstantere und stabilere Ausgabe der Liebschaft“. Zum einen gelten in einer Freundschaft die gleichen Maßstäbe: „Loyalität, Aufrichtigkeit, Solidarität“. Doch darüber hinaus ist das Band einer Freundschaft vielleicht sogar enger. „Liebe“, erinnert sie an die Worte des syrisch-deutschen Schriftstellers Rafik Schami, „kann oft und sogar dauerhaft einseitig sein. Freundschaft nie.“

In den Fokus

Unsere Gesellschaft fokussiert sich gern auf die überschwängliche romantische Liebe, doch wie zentral Freundschaft in unserem Leben ist zeigt ein Blick in die Popkultur. Dass die US-Serie „Friends“ diesem Beziehungskonzept huldigt, ist im Namen ersichtlich. 

Dass Zuseher von ungewöhnlichen Freundschaften und gemeinsamen Abenteuern fasziniert sind, zeigen der Erfolg von „Ziemlich beste Freunde“ und „Thelma und Louise“. Dazu kommen Musikhits wie „You’ve got a friend in me“ oder der Lagerfeuer-Klassiker „Bridge over troubled water“.

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Kerstin Schweighöfer porträtiert in ihrem neuen Buch acht langjährige Freundschaften.

©Saskia Beer

Zweieinhalb Kilometer, weiß Kerstin Schweighöfer sind es von ihrem Haus zum Haus ihrer besten Freundin Jantina. In den vergangenen drei Jahrzehnten ist ihr nicht nur jede Krümmung des physischen Wegs vertraut geworden, sondern auch die Schlingen und Umwege ihrer seelischen Verbindung. Eine Verbindung, die es zu bewahren lohnt. Wie erinnert uns nicht der Fuchs in Antoine de Saint-Exupéry „Der Kleine Prinz“: „Du trägst für immer die Verantwortung für das, was du gezähmt hast.“

Anna-Maria Bauer

Über Anna-Maria Bauer

Schreibt seit 2021 als freie Autorin aus London für den KURIER über Politik, Royals und Lifestyle. Zuvor acht Jahre in der Wien-Chronik.