Geheim-Plan für wochenlangen Strom-Blackout aufgedeckt

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Geheim-Plan für wochenlangen Strom-Blackout aufgedeckt

Stand: 30.07.2026, 13:44 Uhr

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Was passiert, wenn Strom über Tage oder Wochen knapp wird? Für diesen Krisenfall baut die Bundesnetzagentur offenbar eine neue Sicherheitsplattform auf.

München – Laut Informationen von Business Insider bereitet sich die Bundesnetzagentur auf den Fall lang anhaltender Stromausfälle vor. Mit einer neuen digitalen Sicherheitsplattform soll im Ernstfall der Stromverbrauch großer Unternehmen gesteuert werden. Die Behörde betont zwar, dass ein großflächiger Stromausfall weiterhin als unwahrscheinlich gilt. Dennoch sorgt das Vorhaben für Diskussionen in Politik und Wirtschaft.

Langer Stromausfall möglich? Plattform für den Krisenfall

Bereits seit 2024 arbeitet die Bundesnetzagentur an der sogenannten „Sicherheitsplattform Strom“. Sie soll zum Einsatz kommen, wenn Deutschland in eine länger anhaltende Strommangellage gerät. Ziel ist es, den verfügbaren Strom im Krisenfall gezielt zu verteilen und Versorgungsausfälle möglichst zu verhindern.

Industrieunternehmen mit einem Jahresverbrauch von mehr als acht Gigawattstunden müssen sich auf der Plattform registrieren. Sollte es zu einer Strommangellage kommen, kann die Bundesnetzagentur diese Unternehmen mit einer Vorlaufzeit von drei Tagen anweisen, ihren Stromverbrauch für bis zu 24 Stunden deutlich zu reduzieren oder vollständig einzustellen. In diesem Fall übernimmt die Behörde die Rolle des sogenannten Bundeslastverteilers und koordiniert die Verteilung der verfügbaren Strommengen. Ein ähnliches System existiert bereits seit 2023 für den Gasmarkt.

Pläne zunächst geheim

Für Aufmerksamkeit sorgt auch der Umgang mit dem Projekt. Dem Bericht zufolge lagen interne Unterlagen zur Sicherheitsplattform vor, deren Veröffentlichung laut einem Frage-Antwort-Papier zunächst nicht vorgesehen gewesen sei.

Als Begründung wurde angeführt, die Pläne könnten in der Öffentlichkeit für Verunsicherung sorgen. Erst nachdem über das Vorhaben berichtet worden war, bestätigte die Bundesnetzagentur wesentliche Teile des Projekts und kündigte an, Informationen auf ihrer Internetseite bereitzustellen.

Industrie sieht neue Belastungen

In der Wirtschaft stößt die Sicherheitsplattform auf gemischte Reaktionen. Nach Einschätzung von Industrievertretern deutet die vorgesehene Vorlaufzeit darauf hin, dass sich die Maßnahmen nicht auf kurzfristige Netzstörungen beziehen, sondern auf eine länger andauernde strukturelle Stromknappheit. Zudem wird kritisiert, dass für Unternehmen zusätzliche Berichtspflichten entstehen und damit weiterer bürokratischer Aufwand verbunden ist. 

Hintergrund der Debatte sind Warnungen des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Demnach könnte der heutige Standard der Versorgungssicherheit ab 2028 nicht mehr in allen Szenarien eingehalten werden. Bis 2035 seien zusätzliche Kraftwerkskapazitäten von knapp 40 Gigawatt erforderlich. Das bisherige Kraftwerksprogramm der Bundesregierung umfasst dagegen lediglich 12,5 Gigawatt.

Stromausfall

Neue Sicherheitsplattform der Bundesnetzagentur soll Deutschland auf mögliche Strommangellagen und lange Stromausfälle vorbereiten. (Symbolbild) © Christoph Schmidt/dpa

Bundesnetzagentur sieht Versorgung weiter als sicher

Die Bundesnetzagentur weist jedoch Befürchtungen eines unmittelbar bevorstehenden Blackouts zurück. Die Stromversorgung in Deutschland sei weiterhin sicher, großflächige Störungen halte man nach wie vor für sehr unwahrscheinlich. Auch der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft betont, der Aufbau der Plattform erfolge nicht wegen konkreter Hinweise auf eine bevorstehende Energiemangellage. Vielmehr gehe es darum, auf außergewöhnliche Krisensituationen vorbereitet zu sein. 

Auch die Bundesregierung stuft die Gefahr eines flächendeckenden Stromausfalls als gering ein. Auf ihrem Informationsportal heißt es: „Deutschlands Stromnetz gehört zu den sichersten und stabilsten weltweit.“Großflächige und langanhaltende Stromausfälle habe es bislang nur äußerst selten gegeben und sie blieben „auch weiterhin sehr unwahrscheinlich“.

Krisenvorsorge gehört zur staatlichen Aufgabe

Laut Amprion weisen Experten darauf hin, dass Notfallplanungen dieser Art grundsätzlich zum Krisenmanagement kritischer Infrastruktur gehören. Ähnliche Instrumente existieren bereits im Gassektor, wo die Bundesnetzagentur seit der Energiekrise 2022 über eine Sicherheitsplattform verfügt.

Ziel solcher Systeme ist es, in außergewöhnlichen Mangellagen begrenzte Ressourcen geordnet zu verteilen und die Versorgung besonders schutzbedürftiger Bereiche möglichst lange aufrechtzuerhalten. (Verwendete Quellen: Business Insider, Bundesnetzagentur, Bundesregierung, Amprion)