„Jung zu sein, schützt nicht“: Arzt warnt vor Hitze – was auch junge Menschen beachten sollten
StartseiteRatgeberGesundheitMit Hitzekollaps in die Notaufnahme – warum auch junge Menschen gefährdet sindStand: 30.07.2026, 13:05 UhrKommentareUns auf Google folgenDen Sommer verbringen besonders junge Leute g...
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Mit Hitzekollaps in die Notaufnahme – warum auch junge Menschen gefährdet sind
Stand: 30.07.2026, 13:05 Uhr
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Den Sommer verbringen besonders junge Leute gerne im Freien und überschätzen dabei die eigene körperliche Belastbarkeit. Bei hohen Temperaturen haben aber auch sie einiges zu beachten.
Gelnhausen/Fulda – Egal ob Freibad, Badesee, Festival, Sportplatz oder im Park. Im Sommer finden die liebsten Freizeitbeschäftigungen – besonders für junge Menschen – im Freien statt. Dabei kann die anhaltende Hitze jedoch, auch bei jungen Leuten, schnell zu gesundheitlichen Beschwerden führen.

Die Hitzewelle Ende Juni, bei der Temperaturen von über 40 Grad verzeichnet wurden, zeigte die Risiken der Hitzebelastung auf. Wie der Main-Kinzig-Kreis berichtet, seien in den Krankenhäusern ungewöhnlich viele junge Menschen wegen hitzebedingter Beschwerden in die Notaufnahmen gekommen.
„Viele verbinden gesundheitliche Risiken durch Hitze in erster Linie mit älteren Menschen. Die Erfahrungen der vergangenen Tage zeigen jedoch deutlich, dass auch junge und grundsätzlich gesunde Menschen durch extreme Temperaturen ernsthafte gesundheitliche Probleme entwickeln können“, erklärt Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr.
Besonders junge Menschen tendieren dazu, ihre eigene körperliche Belastbarkeit zu überschätzen, so der Main-Kinzig-Kreis. Zwar könne der Körper sich selbst durch Schwitzen etwas herunterkühlen, jedoch stieße dieses körpereigene System bei extremer Hitze an seine Grenzen. Insbesondere bei Festivals und Open-Air-Veranstaltungen, wo der Körper nicht nur stundenlang der Sonne ausgesetzt ist, sondern auch häufig alkoholhaltige oder koffeinreiche Getränke konsumiert werden, könne es gefährlich werden. All das wirkt sich auf den Kreislauf aus.
Dass zu wenig Wasser getrunken wird, ist ein generelles Problem bei Hitze, da das Durstgefühl oft erst dann einsetzt, wenn schon ein Mangel an Flüssigkeit besteht, erklärt der Main-Kinzig-Kreis. Wenn allerdings Wasser und Elektrolyte im Körper nicht ausreichend ersetzt werden, dann wird der Körper zusätzlich belastet und es kann zu Kreislaufproblemen bis zu einer Hitzeschöpfung oder einem Hitzeschlag kommen.
Direkte Auswirkungen auf Körper und Psyche
In Deutschland, berichtet die Apotheken-Umschau, hat rund jeder Dritte ein Problem mit der Hitze. Das ergab sich aus einer Umfrage der DAK. Auswirkungen davon seien unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Schlafprobleme. Zudem wirken sich hohe Temperaturen demnach auch auf die mentale Gesundheit aus, da durch die Hitze Stresshormone wie Cortisol ausgestoßen werden, die im Umkehrschluss Reizbarkeit und Angst auslösen und etwa eine Schizophrenie verschlimmern können.
Auch hitzebedingte Schlafstörungen beeinflussen die Psyche und können Depressionen, bipolare Störungen und Demenz ausgeprägter erscheinen lassen, so die Apotheken-Umschau. Zudem erhöhen Berufe, die im Freien ausgeübt werden, wie auf Baustellen, im Garten- oder Landschaftsbau oder in der Landwirtschaft, das Risiko für hitzebedingte Beschwerden, ergänzt der Main-Kinzig-Kreis. Auch die Einnahme von Medikamen könne sich auf die Hitzetoleranz des Körpers auswirken.
„Jung zu sein, schützt nicht vor den Folgen von Hitze. Wer Warnsignale wie Schwindel, starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Konzentrationsstörungen oder Muskelkrämpfe ignoriert, riskiert ernsthafte gesundheitliche Folgen“, so Dr. Lenz. Deshalb sollten auch junge Menschen ihr Verhalten an heißen Tagen anpassen.
Die Umfrage des DAK ergab zudem, dass drei Viertel der Befragten die aktuellen Hitzeschutzmaßnahmen für nicht ausreichend halten. Auch im Main-Kinzig-Kreis werden die Auswirkungen der zunehmenden Hitze immer deutlicher. Besonders betroffen sind Standorte mit sensiblen Einrichtungen wie Pflegeheimen, Kliniken und Schulen. Deshalb setzt der Kreis auf einen Hitze-Aktionsplan und ein Klima-Anpassungskonzept.
Angepasstes Verhalten bei Hitze
- Über den Tag verteilt ausreichend trinken – nicht erst, wenn Durst auftritt.
- Alkohol möglichst vermeiden. Koffeinhaltige oder stark zuckerhaltige Getränke sollten nur in Maßen konsumiert werden.
- Sportliche Aktivitäten und körperlich anstrengende Arbeiten möglichst in die frühen Morgenstunden oder auf den Abend verlegen.
- Direkte Sonneneinstrahlung insbesondere zwischen 11 und 17 Uhr meiden.
- Leichte Kleidung und Kopfbedeckung tragen sowie Sonnenschutz verwenden.
- An heißen Tagen sind leichte Mahlzeiten zu bevorzugen, zudem sollte man auf eine ausreichende Zufuhr von Elektrolyten achten.
- Freundinnen, Freunde und Mitreisende im Blick behalten – insbesondere bei Festivals, Sportveranstaltungen oder längeren Aufenthalten im Freien.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Beschwerden wie Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, sehr heiße, trockene Haut oder anhaltendes Erbrechen auftreten. Diese Symptome können auf einen Hitzschlag hinweisen und stellen einen medizinischen Notfall dar. Betroffene sollten sofort aus der Hitze gebracht, gekühlt und umgehend der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 verständigt werden.