„Oma, der Berg stürzt ein!“: Felsbrocken kracht bei Supervulkan-Beben auf Rentner in Familienauto

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„Oma, der Berg stürzt ein!“: Felsbrocken kracht bei Supervulkan-Beben auf Rentner in Familienauto

Stand: 02.08.2026, 13:07 Uhr

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Gewaltiger Erdrutsch beim neuen Rekordbeben an Italiens Supervulkan. Ein Felsen traf das Auto eines Rentners, als er es für den Familienurlaub vorbereitete.

Pozzuoli – Michele Rolfo bereitete gerade sein Auto für den Familienurlaub vor, da bebte die Erde in Pozzuoli. Und löste einen gigantischen Erdrutsch los, der auf die Via Sottopassaggio Savino Vitagliano abging.

Der Felsbrocken zerquetschte das Auto wie eine Blechbüchse – irgendwie hat Renter Marino Rolfo den Erdrutsch trotzdem überlebt.

Der Felsbrocken zerquetschte das Auto wie eine Blechbüchse – irgendwie hat Renter Marino Rolfo den Erdrutsch trotzdem überlebt. © Screenshot/X/Vigili del fuoco

Mit einer Stärke von 4,7 erschütterte das Erdbeben am frühen Freitagabend die Stadt am Rande des italienischen Supervulkans. So stark wie niemals zuvor. 26 Menschen wurden dabei verletzt, fünf von ihnen befinden sich noch im Krankenhaus. Einer davon ist Rentner Michele Rolfo. Der 73-Jährige hat den Felssturz überlebt.

Fels kracht bei Supervulkan-Beben auf Rentner in Italien: „Wie durch ein Wunder noch am Leben“

„Wir sind wie durch ein Wunder noch am Leben“, sagt seine Ehefrau Rossella Cappelli zwei Tage später der Zeitung La Repubblica. „Oma, der Berg stürzt ein!“, habe die Enkeltochter noch gerufen, dann gingen die Gesteinsbrocken den Hang hinab. Sohn Alessandro hatte Rolfo heldenhaft gerettet und aus dem vom Felsen zerquetschten Auto gezogen. Der Rentner erlitt Knochenbrüche und andere Verletzungen, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.

Neben der Freude über das Wunder, herrschen bei seiner Familie aber auch Wut und Unverständnis. Wie viele andere in Pozzuoli, fühlt sich Rossella von den Behörden im Stich gelassen. „Wir haben schon lange vor der Gefahr gewarnt, die von diesem Berg ausgeht, aber niemand hat etwas unternommen“, klagt sie. Bereits vor zwei Jahren hätten sie Gemeinde und Region auf das instabile Tuffgestein aufmerksam gemacht. „Doch unsere Beschwerde blieb unbeantwortet.“

Menschen in Pozzuoli schwer enttäuscht vom Supervulkan-Management: „So kann das nicht weitergehen“

300 Personen sind seit dem neuerlichen Rekordbeben am Supervulkan obdachlos, nicht zum ersten Mal befindet sich Pozzuoli im Ausnahmezustand. Die Frage, wie es weitergehen soll, stellt sich für die gesamte Bevölkerung in der roten Zone des Supervulkans der Phlegräischen Felder bei Neapel (rund 500.000 Menschen).

„Man muss uns sagen, ob wir sicher hierbleiben oder weggehen sollen“, klagen Betroffene gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa. Sie haben genug: „Wir leben nun schon seit zwei Jahren so. So kann das nicht weitergehen.“

Forscher gesteht „Glücksspiel“ am Supervulkan in Italien – und plant nichts

Und die Prognose? Ungewiss. Eine Vorhersage über die Dauer des Erdbebenschwarms sei nicht möglich, sagt Andrea Billi vom Institut für Geowissenschaften (CNR). „Wir können auch nicht völlig ausschließen, dass der aktuelle Rekord übertroffen wird.“ Dem schweren Erdbeben der Stärke 4,7 waren am Samstag 188 schwächere Nachbeben gefolgt. Immerhin scheint sich die Aktivität am Sonntag beruhigt zu haben.

Auf lange Sicht ist ein ruhiger Sonntag in Pozzuoli aber natürlich nur eine Randnotiz. „Die Wahrheit ist, dass wir ein Glücksspiel spielen. Es ist nicht möglich, mit Sicherheit vorherzusagen, was passieren wird. Sei es in Form von Erdbeben oder möglichen Eruptionen“, sagt Giuseppe De Natale vom Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV). Sein Plan für die Zukunft wird Rossella Cappelli und die anderen enttäuschten Anwohner kaum beschwichtigen. „Wir setzen darauf, dass, abgesehen von einer anhaltenden Seismizität, an die wir uns mittlerweile gewöhnt haben, nichts wirklich Schwerwiegendes passiert.“ Na dann: Buona fortuna, Pozzuoli! (Quellen: La Repubblica, Ansa, INGV) (moe)