Samtgemeinde Fintel muss in zehn Jahren 50 Millionen Euro investieren

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Samtgemeinde Fintel muss in zehn Jahren 50 Millionen Euro investieren

Stand: 18.07.2026, 06:30 Uhr

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Mann steht vor einem Rathaus

Fintels Samtgemeindebürgermeister Sven Maier nennt den Grundsatzbeschluss zur Erweiterung der Fintauschule einen Meilenstein in diesem Jahr. © Tom Kreib

Fintauschule, Grundschule Fintel, zwei Feuerwehrhäuser – die Samtgemeinde steht vor gewaltigen Bauprojekten. Doch Bürgermeister Sven Maier warnt: Parallel abarbeiten geht nicht.

Lauenbrück – „Dieser Beschluss war wichtig und ein Meilenstein“, sagt Samtgemeindebürgermeister Sven Maier (parteilos) über die Grundsatzentscheidung zur Erweiterung der Fintauschule. Die Kritik von Elternseite, dass fast genau das in die Wege geleitet wurde, was bereits im September 2025 angedacht war, kann er nachvollziehen, sagt aber auch: „Dass die Politik bei dieser Riesensumme von 20 bis 25 Millionen Euro nach einmal alle Varianten, inklusive Abriss und Neubau, überprüfen wollte, ist verständlich.“ Mit Blick auf das zurückliegende erste Halbjahr und die Arbeit des künftigen Samtgemeinderates kommentiert der Verwaltungschef: „Schulen sind und bleiben ein Riesenthema.“

Schulen bleiben das Topthema

Nach der Fintauschule ist vor der Grundschule Fintel. Auch die muss saniert und erweitert werden. Wie das genau aussehen wird, ist derzeit noch ungeklärt. Es gibt viele Gedankenspiele dazu. Und dieses Vorhaben kann nicht isoliert betrachtet werden. Wenn es um die Schule geht, geht es auch um das Feuerwehrgerätehaus in Fintel. Die Planung für ein neues Feuerwehrdomizil in Vahlde ist auf der Zielgeraden, das Grundstück dafür ist gekauft. Im Nachbardorf gibt es dagegen mehrere Optionen: Wird ein neues Gerätehaus an der Schneverdinger Straße auf einer Fläche gebaut, die die Gemeinde Fintel gekauft hat? Übernimmt die Schule das alte Feuerwehrhaus? Oder wäre es gar eine Lösung, die Schule komplett neu zu bauen?

Älteres Schulgebäude aus Backstein

Nach der Fintauschule ist vor der Grundschule Fintel – auch die muss saniert und erweitert werden. © Tom Kreib

All das sind große Projekte, die nicht parallel abgearbeitet werden können, sagt Maier. Es fehlen die finanziellen und personellen Ressourcen im Rathaus. Auch wenn externe Planer mit an Bord sind – „wir müssen immer einen genauen Blick drauf haben, denn das sind unsere Projekte“. Mit Blick auf die kommenden Monate und Jahre nennt der Verwaltungschef eine Investitionssumme, die für die kleine Samtgemeinde gewaltig ist: „In den kommenden zehn Jahren werden wir rund 50 Millionen Euro investieren müssen.“ Diese Riesensumme ist „Wahnsinn“. Problem dabei: Einfach Kredite aufzunehmen, funktioniert nicht. Im laufenden Haushalt müssen Zinsen, Tilgung und Abschreibung erwirtschaftet werden. Wenn das nicht klappt, gibt es eine Rote Karte vom Landkreis. „Der nächste Rat ist am Drücker“, skizziert Maier die großen Aufgaben. Entscheidungen in einer Samtgemeinde sind mitunter schwierig, so der Verwaltungschef. Denn jedes Dorf als eigenständige Gemeinde blicke häufig zuerst auf das, was vor Ort wichtig ist. Ob eine Samtgemeinde als Verwaltungseinheit auf Dauer Bestand haben wird, daran zweifelt Maier. Er kann sich gut vorstellen, dass vom Land der Impuls oder vielleicht auch eine Vorgabe kommt, größere Einheiten zu bilden. Nichts anderes war die Gebietsreform Anfang der 70er Jahre, die zur Gründung der Samtgemeinde Fintel geführt hat.

Alle Kitas sind in kommunaler Hand

Für Sven Maier endet seine Amtszeit als Verwaltungschef der Samtgemeinde Fintel Ende Oktober. Er tritt nicht mehr zur Wiederwahl an. Seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin möchte er einarbeiten – „wenn das gewünscht ist“. Trotz Kommunalwahl im September muss alles weiterlaufen: etwa der Haushalt für 2027. Zunächst wird der Samtgemeinderat vermutlich noch einen Nachtragshaushalt fürs laufende Jahr verabschieden, bevor der Etat fürs kommende Jahr in den Fraktionen und Ausschüssen diskutiert wird. Maier ist überzeugt, dass eine Erhöhung der Samtgemeindeumlage nicht notwendig ist. Die ist in Fintel schon deutlich höher als in anderen Kommunen. Der Grund: Alle Krippen und Kitas sind in kommunaler Hand. Rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat die Samtgemeinde insgesamt. Die Personalkosten machen einen Löwenanteil am Budget aus.

Wenn Sven Maier auf das emotionale Topthema im ersten Halbjahr, die gestiegenen Preise fürs Mittagessen, und Ergebnisse aus der Onlinebefragung blickt, ist er nicht überrascht: Bürger fordern in der Befragung mehr Mitsprache bei wichtigen Entscheidungen. Und beim Streit ums Mittagessen fühlten sich einige Eltern nicht ausreichend gehört. Die Kommunikation müsse unbedingt verbessert werden, so der Verwaltungschef. Und auf anderen Kanälen spielen. Dann könne der Vorwurf in der Befragung der fehlenden Transparenz bei Entscheidungen entkräftet werden. Der Debatte zwischen Politik und Eltern um die Mittagessenspreise gewinnt er unter dem Strich aber etwas Positives ab: „Für die Demokratie war das gut.“

Dass die Menschen in der Samtgemeinde Fintel in der umfassenden Befragung ihre Sicht auf die Stärken und Schwächen geäußert haben, sei wichtig. „Wir müssen die Bürger stärker einbeziehen.“ Für den nächsten Rat ergeben sich aus den Ergebnissen Themen und Handlungsfelder.