U6 in Berlin: Erst ab Sommer 2027 fährt die U-Bahn wieder nach Alt-Tegel

Bus statt U-Bahn: Das bleibt im Norden von Berlin das Motto. Auf der Linie U6 werden erst in rund einem Jahr wieder Züge zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel fahren. Das teilten die Berliner Verkehrsbet...

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U6 in Berlin: Erst ab Sommer 2027 fährt die U-Bahn wieder nach Alt-Tegel

Bus statt U-Bahn: Das bleibt im Norden von Berlin das Motto. Auf der Linie U6 werden erst in rund einem Jahr wieder Züge zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel fahren. Das teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) dem Tegeler CDU-Politiker und Abgeordneten Felix Schönebeck mit. Bis dahin besteht der Schienenersatzverkehr fort.

„Die Baumaßnahme auf der U6 in Reinickendorf verzögert sich erneut“, sagte Schönebeck. „Die Sanierung wird damit fast doppelt so lang dauern wie ursprünglich geplant. Immerhin gibt es nun eine Erklärung dafür und endlich einen neuen Zeitplan.“

Die Strecke wurde am 7. November 2022 gesperrt. Ursprünglich sollten ab Frühjahr 2025 wieder U-Bahnen nach Alt-Tegel fahren. Doch es gab immer wieder Verzögerungen. Jetzt teilte die BVG mit: „Zum Start des neuen Schuljahres 2027 soll die U6 wieder auf der runderneuerten Trasse fahren. Die Schule beginnt im kommenden Jahr am 16. August.“

Dauerbaustelle im Norden von Berlin

Weil die 1958 eröffnete U-Bahn-Trasse nach Alt-Tegel erneuert werden muss, verkehren auf einem 4,5 Kilometer langen Abschnitt im Norden seit mehr als dreieinhalb Jahren statt U-Bahnen Busse. Auch die Stationen Scharnweberstraße, Otisstraße, Holzhauser Straße sowie Borsigwerke sind nur mit Schienenersatzverkehr (SEV) erreichbar.

Eigentlich sollten die Arbeiten an der Strecke, die teilweise oberirdisch auf einem Damm verläuft, 2020 beginnen und rund 20 Monate dauern. Doch unter anderem, weil 271 Bäume zu fällen waren, musste anders als erwartet ein Planfeststellungsverfahren vorgeschaltet werden.

Bus statt U-Bahn: Nach Alt-Tegel geht es seit 2022 nur per Schienenersatzverkehr.

Bus statt U-Bahn: Nach Alt-Tegel geht es seit 2022 nur per Schienenersatzverkehr.

© Jürgen Ritter/imago

Als schwierigstes Teilprojekt hat sich der 2,3 Kilometer lange oberirdische Abschnitt erwiesen. Der einst aus Kriegstrümmerschutt errichtete Damm wurde abgetragen und muss neu gebaut werden – mit einer Kunststoffgitterkonstruktion zur Stabilisierung. Unerwartete Verzögerungen gab es auch bei den Arbeiten in den Bahnhöfen.

Zunächst war vorgesehen, einzelne Bauwerke instand zu setzen, bestätigte die BVG am Donnerstag. „Im Verlauf der Arbeiten, durch die Freilegung von Brücken, Bahnhöfen und des Bahndamms, stellte sich jedoch heraus, dass eine umfassende Erneuerung des rund 70 Jahre alten Streckenabschnitts erforderlich ist“, so das Landesunternehmen.

Um die U6 langfristig auf eine stabile und leistungsfähige Infrastruktur zu stellen, waren neue Planungen und mehr Zeit erforderlich, so die BVG in ihrer Mitteilung.

Der harte Winter 2025/26 warf das Projekt weiter zurück, hieß es. „Eine witterungsbedingte Unterbrechung von mehreren Wochen kann nicht ohne Weiteres nachgeholt werden. Bei einer komplexen Baumaßnahme müssen die Abläufe zahlreicher Gewerke ineinandergreifen“, teilten die Verkehrsbetriebe mit.

BVG sieht Bauarbeiten „auf der Zielgeraden“

Die BVG habe den gesamten Bauablauf nun gemeinsam mit allen beteiligten Unternehmen und Planern neu strukturiert.

„Die eigentlichen Bauarbeiten befinden sich inzwischen auf der Zielgeraden“, so das Unternehmen. In den kommenden Monaten werden nun Strom- und Signalkabel verlegt, die Leit- und Sicherungstechnik aufgebaut und die letzten Gleise verbaut. Anschließend folgen diverse Testfahrten, so die BVG.

„Die Menschen in Tegel und Reinickendorf haben genug von Ersatzverkehr und Baustellen, für die Gastronomen und Geschäftsleute wird jeder Tag mehr zur Belastungsprobe und die Straßen ächzen unter dem zusätzlichen Verkehr“, rief Felix Schönebeck in Erinnerung. „Der neue Zeitplan muss ohne Wenn und Aber eingehalten werden. Die Baumaßnahme darf jetzt keinen Tag länger dauern!“

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Technische Aufsichtsbehörde kritisiert die BVG

Der Reinickendorfer SPD-Politiker Jörg Stroedter kritisierte die BVG. Das Sanierungsprojekt U6 dauere viel zu lange, sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Tegel und andere Bereiche im Norden von Berlin seien mit dem Nahverkehr nur noch schlecht erreichbar.

Zudem sei bis 17. August auch die S-Bahn nach Tegel und Hennigsdorf unterbrochen. Auf der S25 und anderen Linien besteht zwischen Bornholmer Straße und Schönholz Schienenersatzverkehr. In den kommenden Jahren droht sich auch noch die Erreichbarkeit auf der Straße zu verschlechtern: Die Autobahn GmbH möchte die Autobahn A111 in Berlin sanieren. Erwartete Dauer der Baustelle: sieben Jahre.

Nach Informationen der Berliner Zeitung hat sich die Technische Aufsichtsbehörde mit dem Projekt befasst. In einer Stellungnahme weisen die Experten darauf hin, dass es sowohl bei der Planung als auch bei der Ausführung und der Abnahme Probleme gab. Dem Vernehmen nach wurden Defizite bei der Projektsteuerung der BVG festgestellt.

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