Von „Dirty Dancing“ bis Seal und Brasil-Pop: Ausgehtipps in Hamburg für vierte Juliwoche

„Games of Passion“, „Kiss From A Rose“, „Dirty Dancing“: Na, das wird ja heiß in den nächsten Tagen im Stadtpark, in der Fabrik und im Schanzenpark. Leidenschaft für die Musik, speziell aus dem internationalen ...

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Von „Dirty Dancing“ bis Seal und Brasil-Pop: Ausgehtipps in Hamburg für vierte Juliwoche

„Games of Passion“, „Kiss From A Rose“, „Dirty Dancing“: Na, das wird ja heiß in den nächsten Tagen im Stadtpark, in der Fabrik und im Schanzenpark. Leidenschaft für die Musik, speziell aus dem internationalen Underground, wird aber auch an der Elbkante gelebt: Das Hafenklang feiert 30. Geburtstag. Dieses und noch viel in den Kulturtipps der Woche.

Daniela Mercury will die Fabrik auf Höchsttemperatur bringen

Sie ist eine der größten Stimmen Brasiliens und war viel zu lange nicht mehr in Hamburg: Wenn Daniela Mercury auf die Bühne geht, dann kocht schon nach wenigen Minuten jede Halle, dann ist das Lebensfreude pur. Mit den Alben „O Canto Da Cidade“ (1992) und „Feijão com Arroz“ (1996) hatte die Frau aus Salvador da Bahia schon vor Jahrzehnten Nummer-eins-Alben, die auch weit über ihre Heimat hinaus für Begeisterung sorgten und die Axé-Musik, ein höchst tanzbarer afro-karibisch-brasilianischer Mix, international bekannt machten. Zu Hamburg hat Daniela Mercury eine besondere Beziehung: Mit der NDR Bigband und Komponist/Arrangeur Wolf Kerschek nahm sie 2016 den offiziellen ARD-Olympiasong „Games of Passion“ auf. Am 18. Juli ist Partytime in der Fabrik! hot

Daniela Mercury Sa 18.7., 20.00, Fabrik (S Altona), Barnerstraße 36, Karten zu 38,50 im Vorverkauf; www,fabrik.de

Musikclub "Hafenklang" an der Großen Elbstraße, Fischereihafen, St. Pauli, Hamburg, Deutschland, Europa

Underground seit 30 Jahren: der Club Hafenklang an der Großen Elbstraße. © picture alliance / imageBROKER | UWE KRAFT

30 Jahre Alternative Musikkultur an der Elbe: Das Hafenklang feiert Geburtstag

Vor einigen Wochen fragten wir bei einem Besuch im Hafenklang den Sänger einer Metalband aus Dresden, warum er auch nach 15 Jahren Herumkrebsen Spaß daran hat, zehn Stunden im Transporter zu sitzen, um als Vorband in einem kleinen Club zu spielen: „Das ist Underground, das ist geil. Als Fan bist du auf Augenhöhe und bezahlbar ist es auch.“ Für Menschen mit genau dieser Hingabe vor, auf und hinter der Bühne gibt es das Hafenklang jetzt seit 30 Jahren. Alle Höhen, Tiefen und die Tiden dazwischen sind so zahlreich wie die Bandsticker am und im Club an der Großen Elbstraße. Und das wird bis zum 2. August mit diversen Geburtstagspartys und Konzerten gefeiert. Am 25. Juli geht es los mit Hip-Hop, Grime, House und Techno auf zwei Floors mit Kid Simius, Melina, YungFSK18, Zoë McPherson und vielen weiteren DJs. Am 26. Juli spielen die Berliner 80er-Rockhelden Mutter sowie Die Lampe und Benni Bo. Auf die nächsten 30! tl

30 Jahre Hafenklang Sa 25.7., 20.00, So 26.7., 18.00, Infos, Programm und Tickets unter www.hafenklang.com

Sänger Seal

Eine Stimme wie auf Rosen gebettet: Seal.© Shervin Lainez | Shervin Lainez

Eine Stimme wie der Kuss einer Rose: Seal kommt in den Stadtpark

Es ist bald 20 Jahre her, dass Seal zuletzt in Hamburg im Stadtpark gespielt hat. Da fragt sich bestimmt der eine oder andere Fan, ob er seitdem seine Form und seine tolle Stimme gehalten hat. Das letzte Album „Standards“ ist auch schon neun Jahre im Handel. Aber so viel lässt sich sagen, wenn man aktuelle Konzertvideos mit dem britischen Sänger anschaut: Wenn er in das Mikro haucht, klingt das immer noch wie ein „Kiss From A Rose“. Und wenn er sich voll reinlegt, wird er zum „Killer“. Wenn er am 24. Juli nach Hamburg in den Stadtpark kommt, gibt es Songs seiner ersten beiden Alben von 1991 und 1994, seine Hits („Crazy“) und ausgesuchte Coversongs wie Talk Talks „Life’s What You Make It“. tl

Seal Fr 24.7., 19.00, Stadtpark (S Alte Wöhr), Saarlandstraße 71, Karten zu 86,40 Euro im Vorverkauf; www.stadtparkopenair.de

Robin Brosch als Cornelius von der Waidt und Hans-Jürgen Helsig als „50-Dollar-Diktator“.

Robin Brosch als Cornelius von der Waidt und Hans-Jürgen Helsig als „50-Dollar-Diktator“.© Morris Mac Matzen

„Kein Bett für Diktatoren“? Nicht im Schmidt Theater

Im vergangenen Spätsommer hat das Schmidt Theater mit der Uraufführung von „Der 50-Dollar-Diktator“ richtig etwas gewagt – und gewonnen. Am 23. Juli erlebt die turbulente Familienfarce am Spielbudenplatz ihre Wiederaufnahme. Im Stück der Bestsellerautoren Tommy Jaud und Moritz Netenjakob mit satirischen Anspielungen auf Zeitgeist und „Gutmenschentum“ (Regie: Corny Littmann) fällt das Ex-Patenkind des gut situierten Cornelius (Robin Brosch) aus Eppendorf im wahrsten Sinne mit der Tür ins Haus: Aus dem niedlichen Baby ist der Gewaltherrscher des (fiktiven) Staates Malumbo geworden, verkörpert von Hans-Jürgen Helsig in der Titelrolle eines spielfreudigen siebenköpfigen Ensembles. Fix führt er das Motto „Kein Bett für Diktatoren“ ad absurdum. str

„Der 50-Dollar-Diktator“ wieder ab 23.7., 19.30 Uhr, bis 24.10., diverse Termine, Schmidt Theater (U St. Pauli), Spielbudenplatz 24/25, Karten zu 29,90 bis 82,90 unter T. 040/31 77 88 99; www.tivoli.de

Ensemble Hamburger Ratsmusik

Das Ensemble Hamburger Ratsmusik ist am 24. Juli im Mahnmal St. Nikolai zu erleben. © Hamburger Ratsmusik | Emma Luisa Halte

Mahnmal St. Nikolai: Die Hamburger Ratsmusik fleht in Tönen um Frieden

Die Hamburger Ratsmusik, Ensemble mit 500 Jahre zurückreichenden Wurzeln, geht gern tief ins Detail und fördert aus dem unermesslichen Repertoire Alter Musik immer wieder Schätze zutage, die sie zu thematisch ebenso dichten wie relevanten Programmen zusammenfügt. Anlässlich des Jahrestages der unter dem Begriff Operation Gomorrha in die Geschichte eingegangenen britischen Bombardierung Hamburgs im Sommer 1943 gibt das Ensemble am 24. Juli ein Gedenkkonzert mit der Überschrift „Verleih‘ uns Frieden gnädiglich“. vfz

„Verleih‘ uns Frieden gnädiglich“ Fr 24.7., 19.00, Mahnmal St. Nikolai (S Stadthausbrücke), Willy-Brandt-Straße 60. Tickets zu 15,- unter www.mahnmal-st-nikolai.de oder an der Abendkasse

Almir Mavignier

Der Künstler Delmar Avignier im Atelier seines 2018 verstorbenen Vaters Almir. Beider Kunst ist bei Felix Jud in Hamburg zu erleben.© FUNKE Foto Services | Michael Rauhe

Almir und Delmar Mavignier zeigen ihre beeindruckende Kunst bei Felix Jud

Zwei Künstler, die eng mit Hamburg verbunden sind, zeigt die Kunst- und Buchhandlung Felix Jud: Almir Mavignier, 1925 in Rio de Janeiro geboren, zählt zu den Pionieren der konkreten Kunst. 1965 zog er nach Hamburg und lehrte dort bis 1990 als Malereiprofessor an der heutigen Hochschule für bildende Künste, wo er unter anderem Hanne Darboven unterrichtete und das kulturelle Leben der Stadt prägte. Hier starb er 2018. Sein Sohn Delmar Mavignier, ebenfalls Künstler und Musiker in Hamburg, führt seitdem sein Erbe fort; unter anderem war vor Kurzem die Ausstellung „Neue Tendenzen. Hommage zum 100.“ im Ernst Barlach Haus zu sehen. In der Ausstellung „Punctum Chromokinetisch“ am Neuen Wall nun treten die berühmten Rasterpunkt-Arbeiten des Seniors in einen spannenden Dialog mit den Werken des Juniors, bei denen sich Licht, Farbe und Bewegung dynamisch überlagern. Am Sonnabend, dem 25. Juli (15 Uhr) führt Annika Sprünker ein Künstlergespräch mit Delmar Mavignier in der Ausstellung. vfe

Ausstellung „Punctum Chromokinetisch“ bis 29.8., Felix Jud (U Jungfernstieg), Neuer Wall 13, Mo–Sa 10.00–18.00, Eintritt frei; www.felixjud.com

RECORD DATE NOT STATED Dirty Dancing Patrick Swayze, Jennifer Grey EDITORIAL USE ONLY PUBLICATIONxINxGERxAUTxSUIxONLY Co

Patrick Swayze und Jennifer Grey in „Dirty Dancing“.© imago

„Mein Baby gehört zu mir“: Das Schanzenkino Open Air zeigt „Dirty Dancing“

„Niemand stellt Baby in die Ecke!“ Ja, ist ja gut. Dann stellen wir Baby alias Jennifer Grey eben auf die Leinwand. Mitten im Schanzenpark. Da wäre genug Platz, um eine Wassermelone zu tragen. Das Schanzenkino Open Air zeigt am 19. Juli (und 23. August) einen der ganz großen Tanzfilm-Klassiker der 80er: „Dirty Dancing“. Seinerzeit gab es auf dem Pausenhof keinen anderen Gesprächsstoff als diese Romanze mit Jennifer Grey und Patrick Swayze. Ob der Film nach 40 Jahren gut gealtert ist, darf natürlich diskutiert werden. Die Musik allerdings ist absolut zeitlos, vom Filmsong „(I’ve Had) The Time Of My Life“ bis zu Pop-Klassikern der 50er- und 60er-Jahre. tl

„Dirty Dancing“ So 19.7., 21.45, So 23.8., 20.45, Schanzenkino Open Air (U/S Sternschanze), Sternschanze 1a, Karten 12,-; www.schanzenkino.de

The Wombats Band

The Wombats aus Liverpool. © Julia Godfrey | Julia Godfrey

Der Aufstieg lohnt sich zu The Wombats in der Georg-Elser-Halle

The Wombats hätten eigentlich in das Programm des neuen Indie- und Alternative-Rockfestivals „Amplifier“ gepasst, das am 7. und 8. August Premiere am Reiherstieg in Wilhelmsburg feiert. Aber auch das Konzert am 21. Juli hoch oben auf dem Grünen Bunker in der Georg-Elser-Halle lohnt den Aufstieg: Das britische Trio aus Liverpool besticht seit mehr als 20 Jahren mit tollen Melodien, mitreißenden Auftritten und einem gewissen Boygroup-Charme. Und auch wenn das Meer 100 Kilometer von Hamburg entfernt ist: Der aktuelle Albumtitel „Oh! The Ocean“ (2025) passt als Ausruf beim Ausblick vor der Tür der Halle absolut. tl

The Wombats Di 21.7., 20.00, Georg-Elser-Halle (U Feldstraße), Feldstraße 66, Karten zu 50,10 im Vorverkauf; www.georgelserhalle.de

Sternstunde oder Reinfall?

Jeden Monat rezensieren wir für unsere Abonnentinnen und Abonnenten mehr als 100 Theatervorstellungen, Konzerte, Choreografien, Shows, Bücher, Ausstellungen, Serien oder Filme. Hier finden Sie alle Kritiken – was Sie in Hamburg unbedingt gesehen, gehört oder gelesen haben müssen!