Relativ

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Relativ

Stand: 26.07.2026, 12:55 Uhr

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Harold Lloyd hängt an der Uhr, Filmfoto.

Ein Risiko, sich an die Zeit zu hängen. © Imago Images

Die KI, die Relativitätstheorie und das notwendige Zusammenhauen.

Manchmal ist es Zeit, über die Zeit nachzudenken. Wobei es eine Binsenweisheit ist, dass der Mensch, je älter er ist, desto öfter sich im Geiste umdreht und denkt: Huch!

Jetzt hat man schon so viel Zeit gehabt, denkt man da, die Relativitätstheorie zu verstehen, hat sich sogar mal „Relativitätstheorie für Dummies“ gekauft, aber nach Lektüre auch nur gedacht: Hm. Es war die Zeit der gedruckten Bücher, also lang vor der KI. Und so schämt man sich zwar ein bisschen dafür, probiert es aber doch mit ihrer offenbar wundersamen Kraft. Und liest: „Sie (die Relativitätstheorie) erklärt, wie Raum, Zeit und die Schwerkraft zusammenhauen.“

Zusammenhauen? Da gibt es drei Möglichkeiten: Die KI hat das Falsche gefuttert oder das Richtige in den falschen Hals gekriegt. Oder sie ist mittlerweile so genial, dass sie ihr Gegenüber einschätzen kann und ihre Wortwahl entsprechend anpasst. Denn ist das nicht eine plastische, darum erhellende Vorstellung für eine, nun ja, Laiin, dass irgendwo sich Raum, Zeit und Schwerkraft vielleicht nicht prügeln, aber doch zusammenraufen müssen, damit alle drei funktionieren?

Denn was, wenn auch nur einer von ihnen aus der Reihe tanzen würde? Der Raum sich zusammenziehen, sodass die Wohnungsnot noch größer würde, oder ausdehnen, sodass die Bahn den Fahrplan noch weniger gut einhalten könnte. Was, wenn die Schwerkraft keine Lust mehr hätte auf diese Schufterei, loslassen würde – und wir würden alle durch die Gegend schweben und müssten erst lernen, wie wir ohne Karambolagen ein paar Meter über Straßen und Wegen steuern. Außerdem könnte es noch schlimmer kommen, etwa, wenn wir auf eine Umlaufbahn um die Erde gerieten. Und das ohne Raumstation und Hängematte, wie stressig.

Und kommen wir zurück zur Zeit. Die könnte ja plötzlich finden, dass sie eine Auszeit braucht von sich selbst.

Man stelle sich vor, alles auf der Welt würde seine lineare Ordnung verlieren. Die Zeit würde eine Zeitlang rückwärts gehen (gut für den Rücken). Dann ein paar Purzelbäume machen und damit aller Lebewesen Leben durchschütteln. Vielleicht eine Weile chillen, so dass wir in Montag, 27. Juli, festhängen würden – bis womöglich Weihnachten. Wann hätten wir Gelegenheit, Geschenke zu kaufen? Und würden wir der Bahn die Schuld geben, weil wir es nicht besser wüssten?

Am besten wohl, wir nehmen das Verstreichen der Zeit hin, drehen uns immer mal um im Geiste und denken: Huch!