Trauer und Wut in Hessen nach CSD-Attacke – „Nicht mal an diesem einen Tag im Jahr sicher“

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Trauer und Wut in Hessen nach CSD-Attacke – „Nicht mal an diesem einen Tag im Jahr sicher“

Stand: 26.07.2026, 13:54 Uhr

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Nach der Attacke am Rande des CSD in Berlin ist eine Frau tot, 16 Menschen wurden verletzt. In Hessen sind für den Sonntagabend Mahnwachen geplant.

Wiesbaden/Frankfurt – Bei der Attacke am Rande des Christopher Street Days in Berlin ist eine Frau ums Leben gekommen. 16 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Mehrere von ihnen befinden sich weiterhin auf Intensivstationen in Berlin, wie ein Sprecher der Charité erklärte. Bei dem mutmaßlichen Fahrer soll es sich nach Angaben der Polizei um einen Anhänger der islamistischen Szene handeln.

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat den Angriff als augenscheinliche „Terrortat“ bezeichnet. „Wieder hat ein feiger und menschenverachtender Anschlag friedlich feiernde Menschen getroffen – diejenigen, die für unsere freie und offene Gesellschaft stehen“, schrieb der CDU-Politiker auf X. „Meine Gedanken sind bei den Opfern der augenscheinlichen Terrortat auf dem CSD Berlin und ihren Angehörigen.“

Mahnwachen in Hessen nach Angriff auf CSD in Berlin

Einsatzkräfte beim CSD in Berlin

Einsatzkräfte beim CSD in Berlin: Bei dem tödlichen Angriff mit einem Auto starb eine Frau. © Sebastian Gollnow/dpa

Es ist nicht die einzige Reaktion aus Hessen auf den Anschlag von Berlin. So heißt es von den Veranstaltern des CSD in Frankfurt: „Dass der CSD in Berlin gestern aufgrund eines Anschlags abgebrochen werden musste, trifft uns tief.“ Und an anderer Stelle: „Wir haben Angst, und wir sind wütend. Weil wir uns nicht mal an diesem einen Tag im Jahr sicher fühlen können.“ Für Sonntagabend um 18 Uhr sei eine Mahnwache am Frankfurter Römer geplant.

Ähnliches planen der Verein vielbunt und die CSD-Organisatoren in Darmstadt. „Es ist unverständlich, wie solch eine Tat bei einer Veranstaltung passieren kann, bei der vor allem eine Sache im Vordergrund steht: Liebe. Wir verurteilen diese Handlung und wollen zum Ausdruck bringen, wie erschüttert wir sind, aber auch, dass wir weiterhin zusammenstehen. Wir rufen deshalb heute um 19 Uhr zu einer Mahnwache auf dem Luisenplatz in Darmstadt auf“, heißt es dort.

Suche nach Abdul B. geht weiter

Für die Grünen im Hessischen Landtag erklärte Miriam Dahlke: „Wir sind noch immer geschockt und fassungslos. Ausgerechnet an dem Tag, an dem die queere Community für ihre Sichtbarkeit, ihre Sicherheit, Akzeptanz und gleiche Rechte auf die Straße geht und sich zumindest für diesen einen Tag in der Mehrheit fühlt, hat ein feiger Anschlag einer Person das Leben genommen.“

In Berlin geht derweil die Fahndung nach dem 21-jährigen Verdächtigen Abdul B. weiter. Eventuell waren aber auch mehr als eine Person an dem Anschlag beteiligt. Im Tatfahrzeug soll nicht nur der Airbag auf der Fahrerseite, sondern auch auf der Beifahrerseite ausgelöst haben, berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf Sicherheitskreise. Das könnte womöglich auf zwei Täter hindeuten.