Sonnenfinsternisbrille, Nudelsieb, bloße Hände: Was man zur sicheren Sonnenfinsternis-Beobachtung braucht
StartseiteWeltSonnenfinsternis beobachten: Welche Ausrüstung Sie wirklich brauchen – und was gefährlich istStand: 18.07.2026, 22:26 UhrKommentareUns auf Google folgenWer für die nächste Sonnenfinsternis gut vor...
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Sonnenfinsternis beobachten: Welche Ausrüstung Sie wirklich brauchen – und was gefährlich ist
Stand: 18.07.2026, 22:26 Uhr
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Wer für die nächste Sonnenfinsternis gut vorbereitet sein möchte, muss sich hauptsächlich einen Gegenstand zulegen, empfehlen Fachleute.
Frankfurt – Eine Sonnenfinsternis ist eines der eindrucksvollsten astronomischen Ereignisse, das man mit bloßem Auge erleben kann. Doch paradoxerweise ist das bloße Auge dabei das gefährlichste Instrument, das man einsetzen kann. Selbst wenn 99 Prozent der Sonnenoberfläche vom Mond verdeckt sind, reicht die verbleibende Strahlung aus, um die Netzhaut dauerhaft zu schädigen. „Das Tückische ist, dass dieser Verbrennungsprozess im Moment des Geschehens überhaupt nicht wehtut“, betont der Facharzt für Augenheilkunde Prof. Dr. Hans Hoerauf im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media.

Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand für die Beobachtung einer Sonnenfinsternis (die nächste findet am 12. August 2026 statt) schützt daher die Augen: eine zertifizierte Sonnenfinsternisbrille. Kein anderer Gegenstand ist für eine Sonnenfinsternis so wichtig wie diese simple Pappbrille mit spezieller Filterfolie. Doch es gibt auch noch anderes Equipment, das bei einer Sonnenfinsternis hilfreich ist – je nachdem, wie man beobachten möchte. Ein Überblick.
Zertifizierte Sonnenfinsternisbrille: Das wichtigste Instrument für die Sonnenfinsternis-Beobachtung
Die Sonnenfinsternisbrille ist bereits für wenig Geld bei Optikern und im Astronomie-Handel erhältlich und enthält eine spezielle Folie, die mindestens 99,999 Prozent der sichtbaren Lichtstrahlung, sowie UV- und Infrarotstrahlung herausfiltert. So lässt sich die Sonnenfinsternis beobachten, ohne dass man geblendet wird – und noch viel wichtiger: Die Erblindungsgefahr ist gebannt. Beim Kauf sollte man die Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 beachten und überprüfen, dass die Sonnenfinsternisbrille intakt ist – jeder kleine Riss, Kratzer und jedes Loch in der Folie kann ein Risiko darstellen.
Auf eine einfache Sonnenbrille oder andere Hausmittel sollte man sich dagegen nicht verlassen, betont Hoerauf: „Eine normale Sonnenbrille hat keinen ausreichend starken Filter. Sie reicht für die Beobachtung einer Sonnenfinsternis definitiv nicht aus. Auch Brillen, die kurzwelliges blaues Licht blockieren, nehmen die Strahlung nur zum Teil heraus und sind für den direkten Blick in die Sonne ungeeignet.“
Sonnenfinsternis beobachten ohne spezielle Ausrüstung: Lochkamera basteln
Wer sich nicht rechtzeitig eine Sonnenfinsternisbrille besorgt hat, kann das Himmelsspektakel trotzdem beobachten – und zwar indirekt. Auch für Kinder ist die indirekte Beobachtung eine gute Wahl, da man dabei nicht zur Sonne schaut und so erst gar keine Gefahr für die Augen entsteht.
Für die indirekte Sonnenfinsternis-Beobachtung gibt es verschiedene Möglichkeiten: Man kann sich vorab eine sogenannte Lochkamera basteln. Dabei fällt das Sonnenlicht durch ein kleines Loch in einer Pappe und wird auf eine dahinterliegende Fläche projiziert. Das projizierte Bild zeigt die sichelförmige Sonne während der partiellen Sonnenfinsternis-Phasen. Je weiter die Projektionsfläche vom Loch entfernt ist, desto größer ist das Bild – es wird dadurch jedoch auch lichtschwächer. Besonders wichtig: Bei der Lochkamera schaut man sich nur die Projektion an – und blickt keinesfalls durch das Loch in Richtung Sonne.
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Sonnenfinsternis beobachten mit Utensilien aus der Küche – oder ganz ohne Material
Eine ganz spontane Möglichkeit, eine Sonnenfinsternis zu beobachten, bietet die Natur: Wenn man sich den Schattenwurf eines Baums mit Blättern auf dem Boden anschaut, sieht man im Schatten viele Sonnen-Sicheln. Sie entstehen durch die kleinen Zwischenräume zwischen den Blättern, durch die das Sonnenlicht fällt. Um von Bäumen unabhängig zu sein, kann man für diesen Effekt auch ein Nudelsieb hernehmen, einen Strohhut oder einen Küchenlöffel mit Löchern. Alles, was kleine Löcher hat, dürfte funktionieren.
Falls wirklich gar Gegenstand zur Hand ist, kann man auch seine Hände zu Hilfe nehmen: Dazu streckt man die Arme aus und überkreuzt die Finger beider Hände so, dass kleine Zwischenräume entstehen. Schaut man sich den Schatten der Hände auf dem Boden an, sieht man ebenfalls viele kleine Sonnenfinsternisse. Ein wichtiger Sicherheitshinweis: Auch bei diesen Methoden der indirekten Beobachtung schaut man keinesfalls in die Sonne, sondern nur auf die Projektionen in der Lochkamera oder am Boden.
Goldene Regel der Sonnenfinsternis-Beobachtung
Sobald auch nur ein winziger Rand der Sonnenscheibe wieder sichtbar wird (der sogenannte „Diamantring-Effekt“), muss der Augenschutz sofort wieder aufgesetzt oder vor dem Objektiv montiert werden. Achtung: Die Totalität endet ohne Vorwarnung!
Sonnenfinsternis durch Teleskop, Fernglas oder Kamera beobachten: Filter sind wichtig
Wer die Sonnenfinsternis vergrößert beobachten möchte, kann ein Fernglas oder Teleskop einsetzen. Hierfür benötigt man jedoch für das Gerät einen geeigneten Sonnenfilter, der vor dem Objektiv montiert werden muss. Nicht vergessen darf man dabei den Sucher des Teleskops: Genau wie das eigentliche Teleskop konzentriert auch er das Sonnenlicht und darf nicht verwendet werden, um in die Sonne zu schauen. Tipp: Den Sucher abmontieren oder abdecken, damit nicht versehentlich ein Unglück passiert.
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Auch um die Sonnenfinsternis zu fotografieren, benötigt man einen Sonnenfilter, der vor dem Objektiv montiert sein muss – das gilt sowohl für Kameras als auch für Smartphones. Nur während der totalen Phase einer Sonnenfinsternis darf der Filter abgenommen werden – er muss aber zum Ende der Totalität wieder installiert werden. Zusätzlich sollte man ein Stativ nutzen, um für die Kamera einen stabilen Stand zu haben. (Quellen: eigene Recherche, NASA, AAS) (tab)