„Dramatische“ Lage: Spanien ruft wegen Waldbränden erstmals nationalen Notstand aus
tzWeltSpanien ruft wegen Waldbränden erstmals nationalen Notstand aus – Tausende auf der FluchtStand: 24.07.2026, 22:13 UhrKommentareUns auf Google folgenSpanien hat wegen verheerender Waldbrände erstmals den n...
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Spanien ruft wegen Waldbränden erstmals nationalen Notstand aus – Tausende auf der Flucht
Stand: 24.07.2026, 22:13 Uhr
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Spanien hat wegen verheerender Waldbrände erstmals den nationalen Notstand ausgerufen. Über 20.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
Madrid – Spanien hat in der Nacht zum Freitag (24. Juli) wegen schwerer Waldbrände den „Notstand nationaler Tragweite“ für die Region Madrid und die Provinz Ávila ausgerufen. Laut dem öffentlich-rechtlichen Sender RTVE ist es das erste Mal in der Geschichte des Landes, dass dieser Schritt wegen Waldbränden ergriffen wird.

Das Innenministerium reagierte damit auf die eskalierende Lage in mehreren Regionen Zentralspaniens, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Das operative Kommando habe eine militärische Kriseneinheit übernommen, die direkt der Regierung unterstehe. Mit dem Notstand stehen den Behörden auch deutlich mehr finanzielle Mittel zur Verfügung. Laut Euronews seien bereits mehr als 270 Einsatzkräfte und 40 Bodeneinheiten vor Ort.
Brände dringen teilweise bis in Ortszentren vor: Notstand in Spanien wegen Bränden
Besonders stark betroffen sind laut dpa die Gemeinden San Martín de Valdeiglesias, Chapinería, Villa del Prado, Pelayos de la Presa und Aldea del Fresno – allesamt südwestlich von Madrid gelegen. Dort hatten die Flammen in der Nacht zum Freitag dramatische Ausmaße angenommen. Wegen der Brände mussten inzwischen mehr als 20.000 Menschen ihre Häuser verlassen, die meisten davon im Großraum Madrid. In der Provinz Ávila wurden rund 1500 Anwohnerinnen und Anwohner evakuiert. In mehreren Gemeinden seien die Flammen bis ans Ortszentrum vorgerückt. Viele warteten in Notunterkünften, bei Verwandten oder Freunden – ohne Gewissheit, wann sie zurückkehren können. Befürchtet wird, dass noch mehr Menschen evakuiert werden müssen, weil die Feuer nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden können.
Die Brände in Spanien bedrohen auch eine Station der NASA in der Sierra Oeste, der westlichen Gebirgskette der Region Madrid. Das Feuer sei praktisch bis in den Madrider Tiefraum-Kommunikationskomplex in Robledo de Chavela, rund 50 Kilometer westlich der spanischen Hauptstadt, vorgedrungen, sagte der Leiter des Betriebs, Raúl Alonso, der Zeitung ABC. Die rund 50 Mitarbeiter der Station sowie die Bewohner der Gemeinde seien in Sicherheit gebracht worden. „Wir hoffen, dass zumindest ein Teil der Systeme nicht beschädigt wurde“, sagte Alonso.
„Extrem ernste“ Situation: Wetterbedingungen macht Löscharbeiten schwierig
Innenminister Fernando Grande-Marlaska sprach laut mehreren Medienberichten von einem „kritischen Tag“ und nannte es die oberste Priorität der Einsatzkräfte, „ein Zusammenwachsen der Brände zu verhindern“, wie die Berliner Morgenpost schreibt. Regierungschef Pedro Sánchez habe die Lage als „dramatisch“ bezeichnet. Laut SRF hatte die Regionalregierung von Madrid zuvor um Hilfe gebeten und die Situation als „extrem ernst“ beschrieben.
Das Innenministerium warnte für Freitag (24. Juli) vor „besonders ungünstigen“ Wetterbedingungen: Starke Windböen könnten die Brände weiter anfachen. Zudem herrscht extreme Hitze. Befürchtet wird, dass noch mehr Menschen evakuiert werden müssen, weil die Feuer außer Kontrolle geraten könnten.
Die Brände treffen Spanien in einer der schlimmsten Waldbrandsaisons seit Jahren: Mit mindestens 13 Todesopfern – darunter Opfer eines verheerenden Brandes in Almería – und mehr als 125.000 verbrannten Hektar Land seit Jahresbeginn ist 2026 bereits jetzt eine der tödlichsten Saisons seit Jahrzehnten. Auch in Andalusien gab es zuletzt heftige Brände.
Auswärtiges Amt aktualisiert Reise- und Sicherheitshinweise für Spanien
Das Auswärtige Amt hat indes seine Reise- und Sicherheitshinweise für Spanien am Freitag aktualisiert. Reisende werden darin aufgefordert, den Anweisungen von Feuerwehr, Sicherheits- und Rettungskräften sowie lokalen Behörden zu folgen und sich laufend über die aktuellen Bedingungen in den Regionen zu informieren. Wer sich in der Region aufhält, sollte das Handy stets bei sich tragen: „Führen Sie Ihr Handy immer bei sich. Das spanische Warnnetzwerk ES-Alert ermöglicht es den Behörden des Katastrophenschutzes im Notfall, Nachrichten an alle Mobilgeräte in einem Gefahrengebiet zu senden – auch wenn das Handy ausgeschaltet ist“, so das Auswärtige Amt. Außerdem heißt es: „Beachten Sie geltende Feuer- und Rauchverbote und weitere mit der Alarmstufe einhergehende Verbote (Betreten von und der Aufenthalt in bestimmten Waldgebieten, Lagerfeuern und Feuerwerk sowie die Nutzung elektrischer Maschinen und Geräte in ländlichen Regionen und Waldgebieten).“
Wie das Auswärtige Amt informiert, komme es „vor allem in den Sommermonaten in Spanien regelmäßig zu zahlreichen Busch- und Waldbränden, die sich durch wechselnde Windrichtungen schnell ausbreiten können.“ Und weiter: „Bereits gelöschte Feuer können neu entfacht werden. Es kann jederzeit kurzfristig zu Straßensperren und weiteren Beeinträchtigungen der Infrastruktur kommen, auch in Tourismusgebieten.“
Empfohlen wird auch, sich selbst und mitreisende Familienangehörige in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts zu registrieren und Daten aktuell zu halten. Aktuelle Brandherde lassen sich über incendiosespaña.es verfolgen, auch die nationale Katastrophen- und Zivilschutzbehörde Protección Civil bietet einen wichtigen Anlaufpunkt für Reisende. Auch in Frankreich kämpft man gegen extreme Brände. (Quellen: dpa, RTVE, Euronews, ABC, Auswärtiges Amt, SRF) (jh)