Sperrung auf Bundesstraße: Dörfer ersticken im Umleitungsverkehr - „Es geht zu wie am Stachus"
Seit der Sperrung der B 472 wälzt sich der Verkehr durch Antdorf. Schon ab 6 Uhr morgens stauen sich Autos, Lkw und Wohnmobile in der Hauptstraße. Ähnlich sieht es in Iffeldorf aus.
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Stand: 18.07.2026, 20:30 Uhr
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Seit der Sperrung der B 472 wälzt sich der Verkehr durch Antdorf. Schon ab 6 Uhr morgens stauen sich Autos, Lkw und Wohnmobile in der Hauptstraße. Ähnlich sieht es in Iffeldorf aus.
Antdorf/Iffeldorf – Großräumig werde der Verkehr umgeleitet: Das versprach das Staatliche Bauamt Weilheim vor der Sperrung der B 472. Wer bei Sindelsdorf auf die Autobahn A 95 auffahren will, muss dem auch folgen. Wer allerdings auf der Bundesstraße von Ost nach West möchte oder umgekehrt und sich auskennt, für den führt der Weg über Antdorf.
Das bekommen die Anwohner in Antdorf schon ab 6 Uhr morgens zu spüren beziehungsweise zu hören. Und am Nachmittag ab 15 Uhr staut es sich wieder. Auto, Wohnmobile, Lastwagen und Motorräder winden sich die Hauptstraße entlang, von Iffeldorf oder von Habach kommend. Wer aus Penzberg kommt, braucht Geduld. In die Hauptstraße an der T-Kreuzung einzubiegen, ist schwierig: ein endloser Strom an Fahrzeugen in Richtung Iffeldorf oder Habach sowie die schlechte Einsehbarkeit nach rechts. Ohne den Spiegel, der den Verkehr aus Iffeldorf kommend zeigt, ginge es gar nicht.
Natürlich gehört die Penzberger Straße nicht zur offiziellen Umleitung. Aber nicht nur die Einheimischen, auch Google Maps kennt diese Abkürzung von Ost nach West und umgekehrt. Wer an der Kreuzung Penzberger Straße/Hauptstraße steht, benötigt also Geduld. Gerade in Zeiten des Berufsverkehrs bildet sich eine lange Schlange bis hinter das Neubaugebiet Antdorf-Süd.
Mehr als eng wird es, wenn aus Habach kommend überlange Lastwagen in die Penzberger Straße einbiegen. Noch mehr Geduld brauchen aber die Antdorfer: das Queren einer Straße wird schon schwierig. Ein Rollstuhlfahrer beobachtet von der Saumergasse aus den Verkehr. „Es geht zu wie am Stachus in München“, sagt er und schüttelt er den Kopf. Eigentlich will er in die Dorfmitte, an eine Überquerung der Hauptstraße ist nicht zu denken. Also fährt er gegen die Fahrtrichtung auf dem Bürgersteig davon.
„Es ist einfach nur grausam“, sagt eine Anwohnerin, die an der Hauptstraße wohnt „Für die Schulkinder ist es trotz Ampel vor der ,Alten Post‘ gefährlich. Auf dem geraden Stück wird schnell Gas gegeben“, empört sie sich. Da tut sich eine Lücke auf, die sie schnell nutzt, um mit ihrem Radl loszufahren.
Schnell reagiert hatte Antdorfs Bürgermeister Karl Kuhn auf die Umleitungsankündigung des Bauamtes. „Ich habe morgens angerufen, und nachmittags hatte ich die Zusage für die zwei Ampeln an den Bushaltestellen“, lobt er die Behörde. „Ansonsten geht es ja auch den Penzbergern an der Ecke Andorfer-/Sindelsdorfer Straße wie uns. Mit ein bisschen Toleranz werden wir die zwei Monate durchstehen.“
Tempo-30-Limit in Iffeldorf ausgedehnt
In Iffeldorf stehen seit Donnerstag Tempo-30-Schilder auf der gesamten Strecke der Hofmark. Die durchgehende Geschwindigkeitsbeschränkung – bisher galt sie nur für den Abschnitt mit der Grundschule – soll vorerst so lange beibehalten werden, wie die B472 an der Sindelsdorfer Autobahn-Ausfahrt wegen der Umbauarbeiten gesperrt ist.
Seit dieser Sperrung ab Ende Juni hat auch der Verkehr im Iffeldorfer Ortszentrum stark zugenommen. Viele Schwerlaster quälen sich durch die Hofmark, insbesondere um die scharfe Kurve beim Kriegerdenkmal. Es kommt zu Staus, wenn es zu eng wird. Die Gemeinde Iffeldorf hatte bereits im Vorfeld die Verkehrsbehörde am Landratsamt gebeten, deshalb das Tempo-30-Limit auszudehnen. Seit Ende Juni steht auf Höhe der Schule auch eine Fußgängerampel.
Der Wunsch der Gemeinde ist, dass das durchgehende Tempolimit nach den Umbauarbeiten an der B472 beibehalten wird. Gerechnet wird damit, dass diese Arbeiten bis Anfang September dauern. Bürgermeister Hans Lang (SPD) erklärte, er sei mit dem Landratsamt so verblieben, dass man nach Ende dieser Phase weiterredet.
Text: Anneliese Steibli/Wolfgang Schörner