Stedorfer sollen Brunnenwasser testen lassen – auf eigene Kosten
Der Untergrund des Spielplatzes „Auf der Geest" in Stedorf ist mit Schadstoffen belastet. Der Landkreis empfiehlt Anliegern, ihr Brunnenwasser vorerst nicht zu nutzen – oder es auf eigene Kosten untersuchen zu lassen.
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Stand: 18.07.2026, 18:35 Uhr
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Der Untergrund des Spielplatzes „Auf der Geest" in Stedorf ist mit Schadstoffen belastet. Der Landkreis empfiehlt Anliegern, ihr Brunnenwasser vorerst nicht zu nutzen – oder es auf eigene Kosten untersuchen zu lassen.
Stedorf – Nach Bohrungen auf dem Spielplatz „Auf der Geest“ in Stedorf steht mittlerweile fest: Der Untergrund ist mit Schadstoffen belastet. Anwohner sollen ihr Brunnenwasser vorerst nicht nutzen, so empfiehlt es der Landkreis – auch nicht für Planschbecken. Wer es doch nutzen wolle, solle es vorher untersuchen lassen. Auf eigene Kosten, versteht sich. Stefan Bormann findet: Hier hätte die Gemeinde Unterstützung für die betroffenen Bürger anbieten können.
Mehr als zehn Jahre hatte Bormann, Ratsherr von Bündnis 90/Die Grünen, darauf gedrängt, dass das Areal untersucht wird.
Bormann befragte auf eigene Faust Zeitzeugen nach dem, was in den 60er- und 70er-Jahren in der einstigen Sandgrube vergraben worden sein könnte. Anlass für seine Umtriebigkeit war eine aus seiner Sicht vorhandene Häufung von Krebserkrankungen in der unmittelbaren Nachbarschaft zu dem Bolzplatz. Nachbarn sprachen von Bauschutt, von vergrabenen Farbeimern, die vermutlich Blei enthielten.
Nun ist also klar: Die Fläche ist tatsächlich belastet. Der Bericht ist veröffentlicht und kann auf der Homepage des Landkreises eingesehen werden. „Ich habe den umfangreichen Bericht gelesen, bin jedoch kein Chemiker und lege daher großen Wert auf die Empfehlungen des Landkreises“, so Bormann.
Als Vorsorgemaßnahme wurde den Anliegern empfohlen, entweder bis zum Abschluss der Untersuchung das Grundwasser aus dem eigenen Brunnen nicht zu nutzen oder es auf PAK, AOX, Schwermetalle, LHKW und PCB untersuchen zu lassen. Eine umfangreiche, ergänzende Untersuchung wird noch durchgeführt. Wann das Ergebnis vorliegen wird, kann Bormann nicht sagen, er hofft aber auf Ende des Jahres.
Eilantrag scheitert an fehlender Mehrheit
„Der Rat muss sich jetzt politisch damit befassen“, findet Bormann. Zur jüngsten Ratssitzung am 24. Juni stellte er noch einen Eilantrag. Ziel war es, dass die angeschriebenen Anwohner das Wasser auf Kosten der Gemeinde als Eigentümerin des Bolzplatzes untersuchen lassen können. Nach Rücksprachen mit Laboren würden sich die Gesamtkosten auf etwa 10.000 Euro belaufen, wenn jeder einen Brunnen hat und das Angebot in Anspruch nehmen würde. Realistisch könne man jedoch nur von einem Bruchteil der Summe ausgehen.
Für die Aufnahme eines Eilantrages auf die Tagesordnung wird jedoch eine Zweidrittelmehrheit der Ratsmitglieder benötigt. „Diese kam nicht zustande, da die CDU sich fast geschlossen enthielt. Das ist für mich vollkommen unverständlich, denn so kam es erst gar nicht zu einer inhaltlichen Beratung und Aussprache, in welcher ich den Antrag und Fragen hierzu hätte erläutern können“, kritisiert Bormann. „Bei dieser Beratung hätte die CDU Änderungsanträge einbringen können. Auch Zustimmung, Enthaltung, Ablehnung, Vertagung und Verweis in den Fachausschuss wären andere Möglichkeiten gewesen.“
Die nächste Ratssitzung ist erst für den 19. September geplant, doch viele Anwohner wollen, so Bormann, gerade bei den hohen Temperaturen Klarheit für sich haben. „Losgelöst davon, dass ich mich darüber ärgere, dass der Antrag nicht einmal beraten wurde, wirft dies kein gutes Licht auf die Politik, wenn es um rasches Handeln geht“, so Bormann. Die Gemeinde sei Eigentümerin und die Politik verantwortlich. Die Anwohner stellten doch nur eine einfache Frage: „Kann ich das Wasser nutzen oder nicht?“