Streiterei um Sperrstunde: Tirols Landtagspräsident Wolf soll Wirt mit "Kündigung" gedroht haben

Ötztal Der Umhausener Bürgermeister und Tiroler Landtagspräsident Jakob Wolf räumte eine schroffe Wortwahl zu später Stunde ein 26. Juli 2026, 12:56 ...

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Streiterei um Sperrstunde: Tirols Landtagspräsident Wolf soll Wirt mit "Kündigung" gedroht haben

Ötztal

Der Umhausener Bürgermeister und Tiroler Landtagspräsident Jakob Wolf räumte eine schroffe Wortwahl zu später Stunde ein

26. Juli 2026, 12:56

Ein Mann steht an einem Rednerpult mit der Aufschrift
ÖVP-Urgestein Jakob Wolf bei seiner Angelobung als Landtagspräsident Anfang Juli in Innsbruck.

Umhausen – Ein landesüblicher Empfang zu Ehren des neuen Tiroler Landtagspräsidenten Jakob Wolf (ÖVP) in seiner Heimatgemeinde Umhausen im Ötztal ist in der Nacht auf Freitag in einem handfesten Wirtshaus-Eklat geendet. Das berichtet die Tiroler Tageszeitung am Samstag.

Die Feier hatte festlich begonnen: Alt-Landeshauptmann Herwig van Staa hielt die Festrede, Wolf zeigte sich sichtlich gerührt über "die vielen Menschen", die gekommen sind. Doch zu später Stunde, als die Wirtsleute nach Mitternacht die letzte Runde ausrufen wollten – eine Sperrstunde, die laut den Pächtern vorab vereinbart worden war –, kippte die Stimmung. Ein junger Schütze, der extra noch zur Feier gekommen war und nichts mehr zu trinken bekam, soll das Fass zum Überlaufen gebracht haben.

Wolf als "Dorfkaiser"

Was dann folgte, schilderten die Pächter des Gasthofs Krone in einem Facebook-Posting unverblümt: Wolf habe in seiner Eigenschaft als Bürgermeister und – so die Wirtsleute wörtlich – "Dorfkaiser" mehrmals trotzig erklärt: "Morgen schreiben wir den Betrieb neu aus, ihr könnt zammpacken und gehn." Den Pächtern, die den Gasthof laut eigenen Angaben zwölf Jahre lang geführt haben und sich in dieser Zeit nach eigenen Angaben einen "hervorragenden Ruf erarbeitet und erkocht" haben, blieb angesichts dieser nächtlichen Vertragsauflösung per Stammtisch "mit einiger Verwunderung die Kinnlade offen". So ehrenvoll der Abend begonnen habe, so unwürdig habe er geendet, schrieben sie.

Sie gehen offenbar davon aus, dass ihr Vertrag nun nicht mehr verlängert werde. So forderten im Posting alle auf, ihre "Genuss-Gutscheine" bis November einzulösen. Die Gemeinde suche offenbar einen "gefügigeren Pächter". Die Verlängerung des Pachtvertrags dürfte bereits im Vorfeld Thema gewesen sein: Die Wirte schreiben, dass sie mehrmals versuchten, eine Vertragsverlängerung zu erwirken. Ihre Mails seien aber "ignoriert" worden. Wolf sagte zur TT in seiner Eigenschaft als Bürgermeister, dass der Pachtvertrag Ende des Jahres wieder regulär ausgeschrieben werde. Entscheiden werde dann der Gemeinderat, so Wolf.

Bezüglich seiner Wortwahl räumte Wolf gegenüber der TT ein, dass "jede schroff angekommene Wortwahl" ihm leidtue, und bestätigte ein klärendes Gespräch mit den Pächtern. Die Wirtsleute haben inzwischen die Kommentarfunktion ihres Postings deaktiviert und arbeiten nach eigenen Angaben an einem Gesprächstermin mit der Gemeinde – "um die Gesprächskultur zu wahren", wie sie schreiben. (red, 26.7.2026)