Tour de France: Pogacar gewinnt und baut seine Gesamtführung aus

Ein Antritt reicht: Tadej Pogacar holt in den Vogesen seinen vierten Tagessieg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Florian Lipowitz fährt auf Rang sieben und verbessert sich im Gesamtklassement.

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Tour de France: Pogacar gewinnt und baut seine Gesamtführung aus

Titelverteidiger Tadej Pogacar hat die schwere Vogesen-Etappe bei der Tour de France gewonnen und sein Gelbes Trikot gefestigt. Der slowenische Weltmeister siegte auf der 14. Etappe über 155,3 Kilometer von Mulhouse nach Le Markstein nach einem Angriff am letzten Anstieg im Alleingang mit mehr als einer halben Minute Vorsprung auf seinen zweitplatzierten Teamkollegen Isaac del Toro aus Mexiko und dem französischen Jungstar Paul Seixas. Für Pogacar war es bereits der vierte Tageserfolg bei der 113. Frankreich-Rundfahrt und der 25. seiner Karriere.

Der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz präsentierte sich auf der schweren Bergetappe mit 3800 Höhenmetern und drei Anstiegen der ersten Kategorie lange in guter Form. Der Vorjahresdritte setzte eine Attacke, fuhr auf den siebten Platz und verbesserte sich in der Gesamtwertung um eine Position auf Rang sechs. Allerdings verlor Lipowitz im Finale einige Sekunden im Kampf um das Podium: Der Gesamtzweite Jonas Vingegaard liegt nun 1:44 Minuten vor dem 25-Jährigen, sein Teamkollege Remco Evenepoel, der im Finale zwischenzeitlich zurückgefallen war, rangiert als Dritter 40 Sekunden vor Lipowitz.

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„Es war eine superharte Etappe von Anfang an“, sagte Lipowitz am ARD-Mikrofon und resümierte den Tag zweigeteilt: „Es war unglaublich, wie viele Fans an der Strecke waren, ich habe überall meinen Namen gehört. Am Ende haben aber die Beine nicht ganz gereicht. Ich schaue jetzt von Tag zu Tag, wie es geht. Ich hoffe, ich kann mich noch erholen bis morgen.“ Viele deutsche Fans hatten den kurzen Weg über die Grenze auf sich genommen, um den 25-Jährigen zu unterstützen.

Die Hauptrolle am Samstag übernahmen zunächst andere. Nach der frühen Sprintwertung setzte sich eine Fluchtgruppe am Fuße des ersten Anstiegs, dem 21,5 Kilometer langen Grand Ballon, ab. Überraschend dabei war auch der Brite Thomas Pidcock, der am Freitag als Ausreißer auf den vierten Platz der Gesamtwertung und damit vor Lipowitz geklettert war. Pogacar schickte seinen deutschen Helfer Nils Politt in die Verfolgung, Pidcock wurde 60 Kilometer vor dem Ziel gestellt und später abgehängt.

Das wechselhafte Wetter mit Phasen starken Regens erhöhte im Etappenverlauf die Schwierigkeit und das Risiko in den rasanten Abfahrten. Stürze blieben aber aus – und Pogacar nahm den Sieg ins Visier. Die Entscheidung fiel am Col du Haag, einem ehemaligen Forstweg, der sich über 11,2 Kilometer bergauf schlängelte und einige Rampen parat hielt. An der Spitze kämpfte Tokio-Olympiasieger Richard Carapaz als letzter Ausreißer erfolglos um den Etappensieg.

Am Sonntag warten fast 4000 Höhenmeter auf die Fahrer

Lipowitz fuhr hochkonzentriert und hielt eine der vorderen Positionen im Kreis der Topfahrer. Fünf Kilometer vor dem Gipfel wagte er eine Attacke, die jedoch schnell verpuffte. Co-Kapitän Evenepoel ließ kurz darauf abreißen, schaffte aber wieder den Anschluss.

Keine Zweifel an den Machtverhältnissen im Peloton ließ Pogacar aufkommen, als er 1,5 Kilometer vor dem Ende des Anstiegs attackierte. Dem Vorstoß des Slowenen konnten die Rivalen nicht folgen. Aber auch Lipowitz bekam seine Grenzen aufgezeigt, als ihm Del Toro und Seixas wertvolle Sekunden abnahmen.

Die Strecke der 15. Etappe am Sonntag führt südwärts und erreicht die französischen Alpen. Für die Lipowitz und Co. heißt das erneut: Es wird geklettert. Fast 4000 Höhenmeter liegen auf den 183,9 Kilometern zwischen Champagnole und dem Plateau de Solaison. Der Schlussanstieg ist 11,3 Kilometer lang und im Schnitt neun Prozent steil.