70 Jahre Ehe: Wolfhager Paar feiert Gnadenhochzeit
Elfriede und Willi Kleinhans aus Wolfhagen haben am 29. September ihre Gnadenhochzeit gefeiert. Kennengelernt haben sie sich 1953 auf einem Wasserfest – er forderte sie zum Tanz auf.
- 3 min read
Stand: 17.10.2026, 08:00 Uhr
Kommentare

Elfriede und Willi Kleinhans aus Wolfhagen haben am 29. September ihre Gnadenhochzeit gefeiert. Kennengelernt haben sie sich 1953 auf einem Wasserfest – er forderte sie zum Tanz auf.
Wolfhagen – Es war ein Abend im Mai 1953, als Willi Kleinhans eine junge Frau zum Tanz aufforderte, die sein Leben für immer verändern sollte. Auf dem Wasserfest im Wolfhager Stadtteil Philippinenburg lernte der damals 18‑Jährige Elfriede Mai kennen. Was mit einem Tanz begann, wurde zu einer Liebe, die bis heute anhält. Am 29. September feierten die beiden ihre Gnadenhochzeit – 70 Jahre Ehe, in denen sie gemeinsam viel erlebt, schwere Schicksalsschläge überwunden und eine große Familie aufgebaut haben.

Die Geschichte des Paares nimmt ihren Anfang im besagten Jahr 1953. Elfriede Mai, damals 18 Jahre alt, fuhr zusammen mit ihrem Onkel zum Wasserfest, auf dem Willi Kleinhans sie zum Tanz bat. „Als ich sie kennengelernt habe, habe ich kein Interesse mehr an anderen Mädchen gehabt“, erzählt Willi Kleinhans mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Es sollte jedoch nicht bei einer zufälligen Begegnung bleiben. Schon kurz darauf trafen sie sich erneut. Der Funke war endgültig übergesprungen. Drei Jahre später, am 29. September 1956, gaben sie sich das Jawort. Gefeiert wurde im Elternhaus von Willi Kleinhans, in dem das Paar bis heute lebt. Rund 60 Familienmitglieder und Freunde waren dabei, als die beiden den Grundstein für ihr gemeinsames Leben legten.
Beruflich schlugen Willi und Elfriede Kleinhans zunächst unterschiedliche Wege ein. Willi Kleinhans machte eine Ausbildung zum Schreiner, orientierte sich aber nach zehn Jahren im Beruf des Schreiners um. So kam es, dass er eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann mit anschließender Ausbilderprüfung machte. Nach kurzer Zeit stieg er zum Prokuristen auf. Elfriede Kleinhans, die mit 18 als eine von wenigen Frauen in Wolfhagen ihren Führerschein gemacht hatte, machte eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Nach der Ausbildung arbeitete sie knapp ein Jahr in dem Beruf, musste allerdings die Arbeit niederlegen, um sich um ihre Schwiegereltern zu kümmern.
Doch nicht alle Erinnerungen aus den gemeinsamen sieben Jahrzehnten sind unbeschwert. Ein besonders prägender Moment war zugleich ein trauriger. Bei der Geburt ihres ersten Kindes handelte es sich um eine Totgeburt. Trotz des einschneidenden Ereignisses hielten Willi und Elfriede Kleinhans weiter zusammen. Mit der Geburt ihrer zwei Kinder Dirk und Silke begann dann endlich das ersehnte Familienleben für das Paar. „An diese Zeit erinnern wir uns gerne zurück“, erzählt die 92‑Jährige. Besonders die Zeit, als die Kinder klein waren, war eine sehr erfüllte, bestätigt ihr Mann. Mittlerweile ist die Familie weiter gewachsen: Elfriede und Willi Kleinhans sind mit ihren vier Enkeln nicht nur Großeltern. Vier weitere Urenkel haben die Familie bereichernd ergänzt.
Elfriede Kleinhans verbrachte gerne Zeit mit Freundinnen, sei es zum Kaffeeklatsch oder zum Shoppen in Kassel. Neben Arbeit und Familie erinnert sich Willi Kleinhans gerne an seine Zeit im Anglerverein. Auch war er Teil einer Schützenbruderschaft und sang gelegentlich im Gesangsverein. Dabei sei er immer mit allen gut gestimmt gewesen. „Ich wüsste nicht, mit einem hier im Ort Streit gehabt zu haben“, erzählt er stolz.
Und genau das sei auch das Erfolgsrezept für ihre lange Ehe: Verständnis füreinander haben, verzeihen können und nicht nachtragend sein.
Er nimmt seine Frau in den Arm und sagt: „Wenn ich noch einmal jung wäre, würde ich dich immer wieder nehmen“.