Drei ARD-Sender verschwinden: Diese Änderungen kommen ab Januar 2027 auf Zuschauer zu

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Drei ARD-Sender verschwinden: Diese Änderungen kommen ab Januar 2027 auf Zuschauer zu

Stand: 16.10.2026, 18:27 Uhr

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Kahlschlag im Fernsehen: ARD und ZDF streichen beliebte Spartenkanäle. Welche Sender Ende des Jahres entfallen und was neu für Zuschauer startet.

Mainz – Zum Jahresende soll sich das lineare Fernsehangebot der ARD verändern. Die Programme ONE, tagesschau24 und ARD alpha sollen zum 31. Dezember 2026 eingestellt werden. Ab dem 1. Januar 2027 wollen ARD und ZDF ihre Spartenangebote stärker bündeln und drei gemeinsame Programme betreiben.

ARD und ZDF stellen ihre Spartenprogramme neu auf.

ARD und ZDF stellen ihre Spartenprogramme neu auf. (Symbolbild) © Boris Roessler/dpa

Grundlage für die Umstrukturierung ist der Reformstaatsvertrag. Er sieht unter anderem vor, die Zahl der linearen öffentlich-rechtlichen Spartenkanäle zu reduzieren und die Zusammenarbeit zwischen ARD und ZDF auszubauen.

ONE, tagesschau24 und ARD alpha sollen Ende 2026 eingestellt werden

Der Rotstift trifft drei vertraute TV-Marken – und beendet dabei echte Fernsehgeschichte: Vor allem beim Sender ONE endet nach fast drei Jahrzehnten eine Ära. Im Jahr 1997 zunächst als EinsFestival gestartet, trug das Programm seit 2016 seinen heutigen Namen. Nun steht das lineare Aus bevor.

Überblick zu den beiden größten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland

ARD: Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland besteht seit 1950. Sie vereint neun Landesrundfunkanstalten, darunter WDR, NDR, BR und SWR. Gemeinsam verantworten sie unter anderem Das Erste, die Dritten Programme und zahlreiche Radiowellen.

ZDF: Das Zweite Deutsche Fernsehen nahm 1963 den Sendebetrieb auf. Es ist eine bundesweit ausgerichtete öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt mit Sitz in Mainz und wurde durch einen Staatsvertrag der Bundesländer gegründet.

Finanzierung: ARD und ZDF werden überwiegend über den Rundfunkbeitrag finanziert. Dieser beträgt derzeit 18,36 Euro pro Monat und Haushalt. Eingezogen wird er vom gemeinsamen Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio.

Auch tagesschau24 und ARD alpha sind Teil der geplanten Neuordnung. Die Einstellung der bislang allein von der ARD betriebenen Programme steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien.

Neue Senderstruktur ab 2027: So ordnen ARD und ZDF ihre Spartenkanäle neu

Künftig sollen drei gemeinsame Angebote im Mittelpunkt stehen. Phoenix von ARD und ZDF bleibt als Informationsprogramm bestehen und soll weiterhin politische und gesellschaftliche Ereignisse sowie Parlamentsdebatten begleiten.

Neo soll sich an ein jüngeres erwachsenes Publikum richten. Die Federführung liegt beim ZDF. Bislang betreibt das ZDF den Sender ZDFneo allein. Mit info ist zudem ein gemeinsamer Dokumentationskanal vorgesehen. Auch hier soll das ZDF federführend sein. ARD und ZDF arbeiten bereits bei mehreren Angeboten zusammen. Dazu zählen unter anderem arte, 3sat, KiKA und funk.

3sat und arte bleiben nach dem Reformstaatsvertrag vorerst im gemeinsamen Portfolio. Für beide Kulturkanäle gibt es jedoch kein festes Enddatum. Der Kinderkanal KiKA soll dagegen spätestens zum 1. Januar 2033 nur noch im Internet verfügbar sein. Bis dahin entwickelt er sein lineares Programm schrittweise zu einem umfassenden digitalen Angebot weiter. Ob danach ein reines Mediatheken-Angebot oder ein Livestream folgt, ist nicht festgelegt.

Neue Senderstruktur: Arbeitsgruppen bereiten Start zum Jahreswechsel vor

Bis zum geplanten Start am 1. Januar 2027 müssen noch redaktionelle und organisatorische Fragen geklärt werden. Gemeinsame Arbeitsgruppen befassen sich unter anderem mit Programmplanung, Zuständigkeiten und internen Abläufen. Vor dem regulären Sendestart ist außerdem ein Probebetrieb vorgesehen.

ZDF-Intendant Norbert Himmler sprach bei der Vorstellung der Pläne von einer engeren Verbindung der Stärken beider Häuser. ARD-Vorsitzender Florian Hager verwies auf bereits bestehende Kooperationen und betonte die Vorteile einer stärkeren Zusammenarbeit. (Quellen: dpa, ARD, tagesschau) (jal)