Keiner will den Job: Felsberg steht ohne Stadtbrandinspektor da

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Keiner will den Job: Felsberg steht ohne Stadtbrandinspektor da

Stand: 17.10.2026, 08:00 Uhr

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Vor dem Einsatzfahrzeug: Klaus Siemon und Michael Blossey

Scheiden aus ihren Ämtern aus: Klaus Siemon und Michael Blossey © Foto: Helmut Wenderoth

Bei der Wahl in Felsberg fand sich niemand, der das Amt des Stadtbrandinspektors übernehmen wollte. Hohe bürokratische Hürden und mangelnde Unterstützung durch die Stadt wurden als Gründe genannt.

Felsberg – Eigentlich sollte in Felsberg am Donnerstagabend ein neuer Stadtbrandinspektor (SBI) und dessen Stellvertreter gewählt werden. Geklappt hat das nicht – die Stadt steht nun vorerst ohne SBI da.

Das macht ein Stadtbrandinspektor

Ein Stadtbrandinspektor (SBI) ist der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr auf kommunaler Ebene. Er führt die städtischen Feuerwehren und ist den Wehrführern der einzelnen Stadtteile weisungsbefugt. Außerdem berät er Bürgermeister und Magistrat in Fragen des Brandschutzes, der Allgemeinen Hilfe und des Katastrophenschutzes. Die Amtszeit beträgt in Hessen fünf Jahre.

Nachdem die Amtszeiten von SBI Klaus Siemon und Stellvertreter Michael Blossey nach fünf Jahren ausgelaufen waren, fand sich kein Kandidat, der bereit gewesen wäre, das Amt des Stadtbrandinspektors oder eines seiner beiden Stellvertreter zu übernehmen. Gemäß der Satzung für die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Felsberg muss jetzt innerhalb von zwei Monaten eine erneute Wahl stattfinden, um die Ämter zu besetzen. Ist dies nicht möglich, muss der Magistrat einen SBI bestellen. So ist es im Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz (HBKG) geregelt.

Es mangelt am Geld

Dass die Wahl eines neuen Stadtbrandinspektors schwierig werden könnte, zeichnete sich bereits im Vorfeld der Wahl ab. Hohe bürokratische Hürden und mangelnde Unterstützung durch die Stadt Felsberg wurden von potenziellen Kandidaten als Begründung angeführt. Ein Hauptkritikpunkt: Der vor über zwölf Jahren von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedete Feuerwehrbedarfs- und Entwicklungsplan für den Brandschutz und die Allgemeine Hilfe (BEP) wurde nur unzulänglich abgearbeitet. Darin geht es unter anderem um die Ausstattung der Wehren und der Feuerwehrhäuser und die Fahrzeuge.

Das an allen Ecken und Enden im Haushalt fehlende Geld erfordert von den Feuerwehren kritische Prüfungen, was wirklich benötigt wird, wie Klaus Siemon am Donnerstag bei der Versammlung, an der nur 84 von 229 aktiven Mitgliedern teilnahmen, erläuterte. Das setze die Felsberger Feuerwehrführung auch entsprechend um. Dennoch müssten die im BEP angegebenen Maßnahmen umgesetzt werden, fordert Siemon.

Bürgermeister Björn Faupel gibt zunächst einmal Entwarnung für den Ernstfall: „Im Einsatzfall besteht selbstverständlich keine Führungslücke: Die Einsatzleitung liegt zunächst bei der jeweils höchsten Führungskraft am Schadensort.“ Sollte eine Wahl nicht zustande kommen oder eine Stelle vorübergehend unbesetzt bleiben, werde der Magistrat der Stadt unverzüglich handeln und eine Übergangslösung sicherstellen.

Neuwahl bei nächster Sitzung

Auch der stellvertretende Kreisbrandinspektor Michael von Bredow zeigte sich bei der Versammlung am Donnerstagabend bestürzt. So eine Situation habe er noch nicht erlebt, sie sei einzigartig im Schwalm-Eder-Kreis.

Solange das Amt des Stadtbrandinspektors und des Stellvertreters unbesetzt sind, werden die Aufgaben unter Verwaltungsmitarbeitern aufgeteilt. Die nächste Versammlung zur Neuwahl ist für den 3. November angesetzt.