Sechs Minuten werden dem ASV Hamm-Westfalen in Leipzig zum Verhängnis: „Da verlieren wir das Spiel“
wa.deSportHammStand: 17.10.2026, 08:00 UhrKommentareUns auf Google folgenNach der Pause kam die ASV-Abwehr – hier mit Aleksandar Capric (links) und Alexander Coßmann (rechts) gegen Leipzigs Dean Bombac – zu häu...
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Stand: 17.10.2026, 08:00 Uhr
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Der ASV Hamm-Westfalen unterliegt beim SC DHfK Leipzig mit 33:37, hält aber lange mit. Trainer Naji erklärt, in welchen sechs Minuten das Spiel verloren ging.
Leipzig – Als Jamal Naji nach dem Schlusspfiff in die Kabine kam, sah er enttäuschte Gesichter. Vorzuwerfen hatten seine Spieler sich nichts. Schließlich hatte der ASV Hamm-Westfalen gerade beim Aufstiegsfavoriten SC DHfK Leipzig verloren. Doch die enttäuschten Gesichter waren für den Trainer des Handball-Zweitligisten das stärkste Zeichen des Abends.
„Die Tatsache, dass alle gerade niedergeschlagen in der Kabine sitzen, zeigt, dass heute mehr für uns drin war“, sagte Naji nach dem 33:37 (18:18) beim Bundesliga-Absteiger. Vor 3309 Zuschauern in Leipzig verkaufte sich der Aufsteiger nicht nur teuer, sondern begegnete dem Favoriten über weite Strecken auf Augenhöhe.
Wir sind heute eine ganz andere Mannschaft als noch vor acht Wochen.
Von Beginn an trat der ASV selbstbewusst auf. Lucas Firnhaber und Benedikt Kühn sorgten für eine 4:2-Führung, Marcos Colodeti zeigte im Tor starke Paraden. Selbst als Leipzig die Partie drehte, blieb der Eindruck bestehen, dass die Gäste an diesem Abend mehr wollten als Schadensbegrenzung. Immer wieder fand Hamm gute Lösungen gegen die Leipziger Defensive. Firnhaber war kaum zu stoppen, Kühn setzte Akzente, und Neuzugang Aleksandar Capric fügte sich nahtlos ein. Dahinter brachte Colodeti die Leipziger Angreifer zur Verzweiflung und sammelte allein vor der Pause acht Paraden.
Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto nervöser wurde die Atmosphäre in der Arena. Beim 15:15 war die Partie völlig offen, danach legte der ASV sogar noch einmal nach. Ole Machner und Kühn warfen ihre Mannschaft auf 17:15 nach vorn, kurz darauf stand es 18:16. Die Gäste waren dicht davor, mit einer Führung in die Kabine zu gehen, ehe Leipzig kurz vor der Sirene noch zum 18:18 ausglich.
Der ASV Hamm-Westfalen hält lange in Leipzig mit
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Hamm mutig. Kühn und Machner sorgten für die erneute Führung, beim 22:21 lagen die Westfalen noch vorn. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein musste Leipzig einem Gegner hinterherlaufen, der leidenschaftlich verteidigte, geduldig angriff und sich vom großen Namen des Gegners nicht beeindrucken ließ.
Erst in der Schlussphase setzte sich die individuelle Klasse des Favoriten durch. Leipzig fand nun bessere Lösungen aus dem Rückraum. Als Vincent Kreiselmaier in der 47. Minute auf 26:27 verkürzte, war der ASV noch in Schlagdistanz. Dann folgte die entscheidende Phase. „Am Ende verlieren wir das Spiel innerhalb von sechs Minuten“, sagte Naji. Aus einem offenen Duell wurde ein vorentscheidender Rückstand. „In der zweiten Halbzeit hatten wir etwas Probleme mit der Offensivwirkung unserer Abwehr und lassen etwas zu viele Würfe aus dem Rückraum zu.“
ASV-Trainer Naji: „Andere Mannschaft als vor acht Wochen“
Trotz der Niederlage überwog bei den Hammern am Ende die Zuversicht. „Unter dem Strich können wir ganz viel aus diesem Spiel für die nächsten Wochen mitnehmen“, sagte Naji. „Wir sind heute eine ganz andere Mannschaft als noch vor acht Wochen. Die Entwicklung ist deutlich erkennbar.“
Genau das war in Leipzig zu sehen. Der ASV kehrte ohne Punkte zurück, aber mit der Gewissheit, einen der stärksten Kader der Liga lange an den Rand eines Punktverlusts gebracht zu haben.